Kaufprämie für Autos der falsche Weg

Hand einer Frau liegt auf dem Lenkrad eines Autos

Kaufprämie für Autos der falsche Weg

Von Uwe Möller

Dieser Mittwoch (02.08.17) könnte entscheidend werden für Millionen Besitzer von Diesel-Pkw. Um Fahrverbote zu vermeiden, werden beim "Diesel-Gipfel" verschiedene Vorschläge diskutiert: vom Software-Update bis zu Steuererleichterungen für besonders saubere Autos. Ein Kommentar von Uwe Möller.

Starke Worte von der CSU: "Die Autoindustrie hat eine verdammte Pflicht, das Vertrauen wiederherzustellen und die Fehler zu beheben."

Sagt der Verkehrsminister. Alle werden ihm zustimmen. Die Meinungen gehen jedoch weit auseinander, wie das geschehen soll. So sind die Auto-Bosse wohl bereit, neuere Diesel zurückzurufen und Software-Einstellungen zu verändern. Viel mehr bringen würden aber Hardware-Nachrüstsysteme.  Doch das kostet insgesamt Milliarden. Bitter für die Autohersteller, doch unvermeidlich, will man dem Diesel wenigstens für ein paar Jahre noch eine Perspektive bieten und die Autos nicht völlig entwerten.

Kauf- oder so genannte Klimaprämien für neue Diesel dagegen sind der falsche Weg. Damit würden die Autofahrer doppelt bestraft: als Autokäufer investieren sie in eine Technik, die in zehn Jahren überholt sein dürfte. Und als Steuerzahler finanzieren sie die Milliarden der Prämie. Lachender Dritter: die Autoindustrie.

Auch Steuersenkungen für saubere Diesel sind nur auf den ersten Blick einleuchtend. Auch hier:  Der Staat zahlt, die Industrie profitiert. Wenn, dann  müsste die Kfz-Steuer grundsätzlich neu gestaltet werden: Zwar Steuer-Boni für sehr saubere Fahrzeuge. Aber auch sehr starke Belastungen für dreckige Autos. Dies würde einen starken Anreiz bieten, sich für saubere Fahrzeuge zu interessieren. Und sie weiter zu entwickeln und anzubieten. Noch sind reine Elektroautos nicht konkurrenzfähig. Die Reichweite ist immer noch zu niedrig. Selbst die allerneueste Generation kommt gerade auf gut 300 Kilometer. Hinzu kommt das Chaos bei den Ladestationen. Zu wenige Stationen, aber viel zu viele Systeme. Aber auch hier ist die Autoindustrie gefragt, Standards zu entwickeln und schnell umzusetzen.

"Vorsprung durch Technik". Daran haben wir mal geglaubt. Aber in den letzten Jahren betrieben die Autobosse innovativ vor allem den Niedergang ihrer Branche. Und versuchten dabei vor allem, Posten und Boni zu sichern. Der Autogipfel am Mittwoch sollte ein Wendepunkt sein.

Stand: 31.07.2017, 15:44