Digital und/oder demokratisch?

Digital und/oder demokratisch?

Die demokratische Staatsform steht unter Beschuss. Auch durch die Digitalisierung. Stichwort: Überwachung, Big Data, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Bots. Wie sind angesichts dessen die Perspektiven der Demokratie?

Ein Indiz für die Gefahr, die vom Digitalen für die Demokratie ausgeht: Die Diskussionen um die US-Wahlen, die möglicherweise durch Online-Manipulationen und Cyberangriffe beeinflusst worden sein könnten. Mal abgesehen vom Prozess der Meinungsbildung in den sozialen Medien. Eine wichtige Rolle spielen dabei Social Bots – also intelligente Computerprogramme, die vortäuschen, menschliche Nutzer zu sein. Maschinen, die sich als Menschen ausgeben. Ein grundlegendes Problem ist die massive Überwachung, die seit der Einführung des Mobiltelefons fast alle Lebensbereiche transparent gemacht hat. Dies führt zu einem Ungleichgewicht der Machverhältnisse: Nicht beim Gewählten, sondern beim Wähler herrscht maximale Transparenz – der gläserne Bürger. Die größte digitale Gefahr für die Demokratie geht allerdings von der Massendatenanalyse aus: Information wird da nicht nur rückschauend analysiert, sondern im Hinblick auf Lenkung in der Zukunft.

Yvonne Hofstetter

Die Juristin Yvonne Hofstetter

Zugespitzt könnte man sich fragen: Wozu braucht es noch Politiker und Parlamente, wenn die "Umgebungsintelligenz" den Wählerwillen messen – und ggf. auch wunschgemäß manipulieren kann. Auch Wahlen wären dann überflüssig.

Kann man Algorithmen den Werten der Demokratie verpflichten? Wie umgehen mit Big Data und Künstlicher Intelligenz? Was braucht es für eine humane, freie und demokratische Digitalgesellschaft der Zukunft?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Demokratiegefährdend? - das Digitale

WDR 5 Das philosophische Radio | 17.02.2017 | 53:00 Min.

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Redaktion: Gundi Große

Literaturhinweis:
Yvonne Hofstetter: "Das Ende der Demokratie -
Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt". Bertelsmann, 2016.

Stand: 17.02.2017, 20:05