Braucht es eine Utopie für Europa?

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Braucht es eine Utopie für Europa?

Die Europäische Union steckt in der Legitimationskrise, für viele hat auch die europäische Idee an Strahlkraft verloren, und der Nationalismus scheint zurück zu kehren. Wie könnte eine (neue) europäische Vision aussehen?

Europa braucht eine Utopie, sagt die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, ähnlich wie "Utopia", die Vision von Frieden und Gerechtigkeit, die der Engländer Thomas Morus 1516 veröffentlichte. "Die EU ist kaputt", argumentiert Guérot, aber Europa bleibe natürlich eine Aufgabe. Deshalb brauche es ein neues Konzept, das Europa fundemental neu denkt. "Was sich gerade vor unseren Augen abspielt, ist die Auflösung des Europas der Gründungsväter, das Ende des nationalstaatlichen Konzepts der 'Vereinigten Staaten von Europa'". Ulrike Guérot träumt stattdessen von einer kopernikanischen Wende zu einer "Europäischen Republik" die Europa ganz neu formt: "Dezentral, regional, nach-national, parlamentarisch, demokratisch, nachhaltig und sozial.

Ulrike Guerot

Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot

Ein politisch-institutionelles System, das genau jene Gesellschaft befördern und möglich machen würde, von der Thomas More einst träumte – nämlich eine Gesellschaft, in der in einem modernen Sinn Geist, Tugend und Gesundheit im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Strebens stehen."

Muss Europa erneuert werden, und wenn ja: wie? Braucht es eine Utopie für Europa? Wie stehen Sie zum Gedanken einer Europäischen Republik?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Hoffnungsträger? - Republik Europa

WDR 5 Das philosophische Radio | 10.02.2017 | 54:14 Min.

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 10.02.2017, 20:05