Welche Zukunft hat das Christentum?

Messdiener posieren mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck

Welche Zukunft hat das Christentum?

Den Kirchen geht es – durchwachsen. Einerseits gibt es viele Austritte, andererseits expandiert das Christentum global gesehen. Wie könnte "die Kirche" der Zukunft aussehen?

Trotz vermehrter Kirchen-Skepsis erleben die Kirchen in unserer Gesellschaft derzeit große Aufmerksamkeit in der Diskussion um die Einwanderung – als Stimme der Moral. Ist die Aufgabe der Kirche möglicherweise die, eine Art Moral-Agentur der Gesellschaft zu sein? Wir leben in einem Zeitalter der Möglichkeiten, in dem die "säkulare Option" die Bedingungen des Glaubens fundamental verändert hat. Man kann, aber man muss nicht glauben. Die Kirche als Institution, die nicht an eine Ethnie oder einen Staat gebunden ist, existiert allerdings seit 2000 Jahren, aller Unwahrscheinlichkeit zum Trotz. Dieser Institution ist ein utopisches Potential eingeschrieben, bindendes Element ist das christliche Liebesethos. Die Liebe hat eine "supramoralische Dimension", sie ist der Maßstab politischen Handelns eines Christen.

Hans Joas

Der Philosoph Hans Joas

Daraus ergeben sich universalistische moralische Verpflichtungen, die im politisch-gesellschaftlichen Alltag allerdings mit partikularen moralischen Verpflichtungen in Konflikt geraten können. Zum Beispiel bei der Flüchtlingspolitik. Es braucht eine Balance, um diesem Dilemma zu entkommen. Und es stellt sich die Frage, ob es richtig ist, die Bedeutung der Kirche allein auf die Frage der Moral zu konzentrieren.

Ist die Kirche eine Moral-Agentur der Gesellschaft? Brauchen wir eine Welt-Kirche? Welche Kirche wollen Sie? Der Philosoph Hans Joas und Moderator Jürgen Wiebicke luden ein zu einem Austausch über die Zukunft des Christentums.

Öffentliche Veranstaltung vom 23. November 2016 aus dem Café Uferlos in Münster.

Mit Zukunft? - das Christentum

WDR 5 Das philosophische Radio | 25.08.2017 | 53:07 Min.

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 25.08.2017, 20:05