Unterwegs auf der Transoceánica

Transoceánica

Unterwegs auf der Transoceánica

Die längste Busstrecke der Welt? Führt von Rio de Janeiro in Brasilien nach Lima in Peru. 6.500 Kilometer durch den südamerikanischen Subkontinent.

Erste Station ist die Megametropole São Paulo, weiter geht es durch die Feuchtsavanne des Pantanal und den Regenwald Amazoniens, über die Anden und schließlich durch die Wüste an der peruanischen Pazifikküste. Dauer der nicht so gabnz bequemen Reise: 110 Stunden. Mehr oder weniger nonstop: Gehalten wird zweimal am Tag für jeweils 40 Minuten. Zum Essen, für die Körperhygiene. Über den Bus heißt es, dass man zwar weiß, wann er abfährt, jeden Mittwoch um 13 Uhr vom Busbahnhof Novo Rio, aber nie genau sagen kann, wann er ankommt. Zu viel kann unterwegs passieren: Die Strecke ist lang die Landschaft wild, das Wetter unberechenbar. Einerseits. Andererseits ist es auch mit der Abfahrt so eine Sache. Als Autor Tom Noga sich auf den Weg machen will, wird der Termin nach Unwettern in Peru kurzfristig auf Donnerstag verschoben und dann, Dienstagnacht, wieder auf Mittwoch vorverlegt - Start aber São Paulo, 450 Kilometer von Rio entfernt und so geht es zunächst mit einem anderen Bus in Brasiliens größte Stadt.

Frau im Bus

In Tietê, São Paulos labyrinthischem Busbahnhof, steht dann, der Doppeldecker mit grünen und roten Streifen und dem Schriftzug Expreso Ormeño. Die peruanische Firma hat sich vor 20 Jahren auf Langstrecken spezialisiert. Seit 2011 mit der Transoceanica die erste durchgehende Verbindung zwischen Brasilien und Peru eingeweiht wurde, ist São Paulo Haltepunkt. Kurz vor den Olympischen Spielen 2014 kam Rio de Janeiro dazu.

Edinson Ramos ist einer der beiden Fahrer, der andere heißt Sócimo Quiñonez. Im fünf Stunden Rhythmus wechseln sich die Männer am Lenkrad ab. "Auf der letzten Reise sind auf der einspurigen Strecke kurz vor Porto Velho zwei LKW frontal zusammengestoßen. Sechs Stunden gab’s kein Durchkommen. Bis jemand von der Staatsanwaltschaft kam und die Leichen zur Bergung freigegeben hat. So kann sich die Reise verzögern,“ sagt Edinson, und dass die Transoceánica auf dem Hinweg in den Anden nach einer Lawine gesperrt war. Die Ausweichstrecke hat die Fahrt um 24 Stunden verlängert. Im Bus nach Lima sind jetzt vor allem Peruaner. Viele, die für immer in ihre Heimat zurück kehren, weil sich die wirtschaftliche Lage in Brasilien verschlechtert. Auch zwei Jobs fürs Überleben in den Großstädten kaum reichen.

Feature: Tom Noga

Unterwegs auf der Transoceánica - rund 110 Stunden im Bus

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 18.05.2017 | 18:41 Min.

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Stand: 17.05.2017, 09:52