Was raten Sie Herrn Schulz, Herr Bosch?

Martin Schulz

Was raten Sie Herrn Schulz, Herr Bosch?

Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat, will mehr Gerechtigkeit schaffen: Zu hohe Managergehälter, zu geringe Entlohnung im Dienstleistungsbereich. Was würde ihm der Arbeitsmarktforscher Gerhard Bosch konkret raten zu tun?

Die Arbeitsmarktpolitik der Zukunft muss aus den Er-fahrungen der Vergangenheit lernen, sagt der Arbeitsmarktforscher Prof. Gerhard Bosch, und gleichermaßen berücksichtigen, welche Anforderungen im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends auf die Bundesrepublik Deutschland zukommen

Gerhard Bosch

Für Gerhard Bosch von der Universität Duisburg-Essen hat sich seit der Agenda 2010 des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder der Arbeitsmarkt gewandelt. Lag vor 15 Jahren die Arbeitslosigkeit noch bei vier bis fünf Millionen Menschen, so muss der Arbeitsmarkt sich heute auf steigende Qualifikationsanforderungen einstellen.
Nach allen Prognosen wird in den nächsten 15 Jahren der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften weiter stei-gen, da die Unternehmen in Deutschland sich zunehmend auf höherwertige Produkte und Dienstleistungen konzentrieren. Auch bei einfachen Arbeiten im Dienstleistungssektor wachsen die Anforderungen an allgemeine Qualifikationen und Kompetenzen.

Der deutsche Arbeitsmarkt wird also noch ausgeprägter als heute ein Fachkräftearbeitsmarkt sein. Damit wird der mit der Agenda 2010 etablierte Niedriglohnsektor zu einem Hemmschuh für eine erfolgreiche Wirtschaft, meint Gerhard Bosch.

Wie beurteilt er die von Martin Schulz bisher eher vage intonierte neue Politik für den Arbeitsmarkt? Welchen Rat würde der Vater des deutschen Mindestlohns dem SPD-Kanzlerkandidaten geben?

Redaktion: Mark vom Hofe

Was raten Sie Herrn Schulz, Herr Bosch?

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 19.06.2017 | 25:38 Min.

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