Reisen und Schreiben

Marko Martin in Jerusalem

Reisen und Schreiben

Der Publizist und Schriftsteller Marko Martin, aufgewachsen in der DDR, ist auf der ganzen Welt unterwegs. Seine Texte erzählen von Begegnungen und Beobachtungen, die er am Rand der Gesellschaft erlebt.

Israel, Kuba, Peru, Rumänien, Polen – das sind nur einige der Reiseziele, die Marko Martin in den letzten zwei Jahren besucht hat. Immer wieder reist Martin nach Tel Aviv. Die Stadt empfindet er mittlerweile als seine zweite Heimat. Aus Kuba brachte er eine Reportage über die Bucht von Guantanamo mit; von Peru aus beobachtete er den Trend zur Abwahl von linken Populisten in Südamerika; in Rumänien begleitete er vor rund zwei Monaten bei winterlicher Eiseskälte die Proteste gegen die Regierung. Und in Wroclaw/Breslau war er 2016 Stadtschreiber. Eine Chronik seiner Recherchen und Begegnungen dort veröffentlichte er auf Deutsch und Polnisch in einem Internet-Blog.

Marko Martin auf Reisen

Marko Martin, der sein Handwerk bei der taz gelernt hat, ist sowohl im Journalismus als auch in der Literatur zu Hause. Er veröffentlicht Essays zu aktuellen Themen in der “Welt“ oder in der “Neuen Zürcher Zeitung“; er schreibt Reisereportagen, die sich immer auch als politische Statements verstehen; er verfasst Romane und Geschichten. Der Journalismus macht ihm Freude, sagt der 46jährige, “aber die Literatur vermittelt die ganz große Befriedigung.“ Immer spielen für diesen Zeitchronisten persönliche Begegnungen eine entscheidende Rolle: Marko Martin lässt sich treiben, er schaut, wen er kennenlernt, wenn er unterwegs ist - und verdichtet diese Erfahrungen zu Geschichten. In der Literatur gibt es im Moment einen großen Trend zum “autofiktionalen Schreiben“, dass das eigene Leben als Grundlage des Erzählten macht. Marko Martin praktizierte diese Art zu schreiben schon lange, bevor sie zur Mode wurde.

Marko Martin lebt offen homosexuell, er ist, sagt er, seit vielen Jahren “glücklich verheiratet“. Martin wuchs in Burgstädt/Sachsen auf; im Mai 1989, kurz vor dem Mauerfall, emigrierte er mit seiner Familie nach Westdeutschland. Die Enge und die Unfreiheit im real existierenden Sozialismus prägen ihn bis heute – seine Neugier auf “die Welt“ ist so groß wie damals, sein Fernweh ungebrochen.

Literaturtipps:

Tel Aviv. Schatzkästchen und Nussschale, darin die ganze Welt.
Corso Verlag, 2016.
Euro 28.
ISBN 978-3737407236

Umsteigen in Babylon.
Männerschwarm Verlag, 2016.
Euro 20.
ISBN 978-3863002183

Redaktion: Claudia Dammann

Reisen und Schreiben

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 21.04.2017 | 26:52 Min.

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