"Lügenpresse" – als Reporter unter Rechtsradikalen

Menschenmenge mit Schild Aufschrift: Lügenpresse

"Lügenpresse" – als Reporter unter Rechtsradikalen

"Lügenpresse" – seit einiger Zeit ist dieser Ausdruck wieder verstärkt zu hören. Dieses politische Schlagwort soll eine liberale Presse pauschal diffamieren. 2014 wurde es zum "Unwort des Jahres" gewählt.

Dass Lügenpresse derzeit in aller Munde ist, hat wesentlich zu tun mit dem Auftreten der Pegida-Bewegung im Herbst 2014. Die Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ benutzt den Begriff, um gegen all die Medien Stimmung zu machen, die über das Thema Zuwanderung differenziert berichten. Auch die AfD, die „Alternative für Deutschland“, polemisiert mit dem Schlagwort insbesondere gegen die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland.
Zunehmend überschreitet Lügenpresse den deutschen Sprachraum. Man versteht das Wort inzwischen auch in England und Frankreich. Im flämischen Teil Belgiens wie in den Niederlanden ist es als Lehnwort inzwischen fester Bestandteil des Wortschatzes. Leugenpers und leugenmedia dient der rechten Propaganda. Zahlreiche Veranstaltungen widmen sich zwar dem Thema „Lügenpresse“ , aber zu Wort kommen selten jene Journalistinnen und Journalisten, die seit Jahren über die rechte Szene berichten.

In dem Feature von Herbert Hoven erzählen der Fotograf Roland Geisheimer, die Reporterin Kathin Freisberg und der Journalist Michael Klarmann was es heißt, als „Teil der Lügenpresse“ beschimpft zu werden und den Rüpeleien und körperlichen Angriffen der rechten Szene ausgesetzt zu sein.

Autor: Herbert Hoven

Redaktion: Nadica Markovica

"Lügenpresse" – als Reporter unter Rechtsradikalen

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 26.01.2017 | 19:24 Min.

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