Die "Rote Zora"

Dr. Katharina Karcher

Die "Rote Zora"

Die Rote Zora kennen einige vielleicht noch als rothaarige Anführerin einer Kinderbande aus einem Kinderbuch. In den Siebziger und Achtziger Jahren hat eine Gruppe militanter Feministinnen unter genau diesem Namen zahlreiche Anschläge in Deutschland verübt. Katharina Karcher hat ein Buch über sie geschrieben.

Aktenordner des Prozesses gegen die Terrorgruppe "Rote Zora"

Terror in den Siebziger und Achtziger Jahren in Deutschland – da fällt einem zuerst die RAF ein, vielleicht auch die Bewegung 2. Juni oder die Revolutionären Zellen. Nicht weniger militant, aber dafür fast unbekannt ist die Rote Zora. Die feministische Terrorgruppe verübte mehr als 40 Anschläge, mehrere davon in Nordrhein-Westfalen. Allein bei der Bekleidungskette Adler richteten die Terroristinnen einen Schaden von geschätzten 30 Millionen D-Mark an – und zwangen das Unternehmen damit, die Arbeitsbedingungen seiner Angestellten in einer südkoreanischen Fabrik zu verbessern. In großen Teilen der Frauenbewegung kam die Militanz der Roten Zora nicht gut an.

Katharina Karcher forscht an der Universität in Cambridge. Gerade ist in den USA ihr Buch über die Rote Zora erschienen. Darin beschreibt sie, wie die Mitglieder der Roten Zora mit Anschlägen auf die Ärztekammer in Köln, das Bundesverfassungsgericht und Sexshops mit der Gewaltlosigkeit der Frauenbewegung gebrochen haben. Sie zeigt, wie ihre Aktionen in der Frauenbewegung für erbitterten Streit gesorgt haben und, wie das Bundeskriminalamt der Roten Zora auf die Spur kam.

Redaktion: Julia Lührs / Gundi Große

Die "Rote Zora"

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 20.04.2017 | 23:59 Min.

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