Was kommt nach der Heimerziehung?

Junge mit Stofftier und Koffer auf Treppe

Was kommt nach der Heimerziehung?

Sie werden Care Leaver genannt, junge Menschen, die einen Großteil ihrer Jugend in Heimen zugebracht haben. Aber was kommt auf sie zu, wenn sie die Heime verlassen, keine Aufsicht und Fürsorge mehr haben?

Sie haben keine Eltern, die ihnen Handy und Computer, die erste eigene Wohnung oder das Studium finanzieren. Keine Mutter, die zum Geburtstag einen Kuchen backt, keinen Vater, der ihnen zeigt, wie man sich rasiert.
Sie haben niemanden, der sie morgens weckt, weil es Zeit ist zur Schule zu gehen, keinen, der aushilft, wenn das Geld am Monatsende knapp wird oder der beim Vermieter für die bürgt.
Junge Menschen, die in Heimen, Wohngruppen oder bei Pflegeeltern aufgewachsen sind, haben vieles nicht, was für Jugendliche mit einem intakten Elternhaus selbstverständlich ist.

Sie müssen schon früh auf eigenen Beinen stehen und erwachsen werden. Denn mit der Volljährigkeit endet meist auch die staatliche Fürsorge. Zwar heißt es im Paragraph 41 des Sozialgesetzbuches: „Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe aufgrund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist.“
Aber die Realität sieht oft anders aus. Da die Vorgabe für die Kommunen nicht bindend ist, wird eine weitergehende Unterstützung meist abgelehnt.

Autorin: Claudia Heissenberg

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Was kommt nach der Heimerziehung

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 19.06.2017 | 19:24 Min.

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