"Die böseste Frau der Schweiz"

Hazel Brugger

"Die böseste Frau der Schweiz"

Hazel Brugger sei eindeutig "die böseste Frau der Schweiz", schreibt der Züricher "Tages-Anzeiger". Die Kabarettistin und Slam-Poetin seziert die Abgründe des Alltags lässig, klug und widerborstig – den nächsten fiesen Hintergedanken immer im Köcher.

Mit 17 steht sie das erste Mal auf der Bühne, 2010 in der Schweiz. Vom Blatt in der Hand trägt sie ihre wortgewaltigen Geschichten vor – Poetry-Slam, ganz klassisch. Zwei Jahre später wird sie Schweizer Meisterin im Poetry-Slam. 2015 wird sie für ihre Kolumne im »Magazin« des »Tages-Anzeigers« als beste Nachwuchsjournalistin ausgezeichnet, 2016 als Kolumnistin des Jahres. Heute ist Hazel Brugger mit ihren grade mal 23 Jahren nicht mehr wegzudenken von den deutschsprachigen Kleinkunstbühnen. Gerade tourt sie mit ihrem ersten Soloprogramm durch die Schweiz, Deutschland und Österreich: „Hazel Brugger passiert“.

Hazel Brugger

Wenn sie auf die Bühne tritt, mit ihrem freundlich-lakonischen Wesen und in nahezu unbeteiligt erscheinendem Tonfall die Welt in ihre Wahrnehmung seziert, kann es ganz schön derbe werden. Hazel Brugger ist nichts Menschliches fremd, sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Im Gegenteil, das Unverblümte reizt sie, Hazel Brugger hat es gerne offen und schonungslos. Die vermeintlich unscheinbare junge Frau denkt gerne laut über Fußnägelschneiden im Hotelzimmer nach, über Furzen im Aufzug oder über das, was in ihrem Leben Erfolg ausmacht: öffentliche Toiletten putzen. Damit die Besucherin nach ihr ein fieses Ärgernis niemals ihr andichten kann.

Seit Frühjahr 2016 ist sie ein Mal im Monat als Außenreporterin in der ZDF „heute-show“ zu sehen. Auch „Die Anstalt“, „Nuhr im Ersten – Der Satiregipfel“ oder die „Ladies Night“ laden sie gerne als Gast ein. Neuerdings ist sie die Kolumnistin bei Jetzt.de, der Jugendseite der Süddeutschen Zeitung. Und ihre bisher in der Schweiz veröffentlichten Kolumnen hat sie vergangenes Jahr mal gebündelt: »Ich bin so hübsch« ist 2016 erschienen – ihre erste Buchveröffentlichung.

Am 5. März hat Hazel Brugger den renommierten „Deutschen Kleinkunstpreis“ erhalten, wurde in der Sparte „Förderpreis der Stadt Mainz“ ausgezeichnet. Und am 6. Mai bekommt sie den „Salzburger Stier“, der als „Oscar des deutschen Kabaretts“ gilt. Im Juli wird der Bayerische Kabarettpreis ihr dritter großer Preis in diesem Jahr. Hazel Brugger räumt gerade so richtig ab.

In „Neugier genügt“ erzählt sie Ralph Erdenberger, wann sie sehr aufgeregt ist und wann gar nicht, warum sie schon so lange mit dem Philosophiestudium gerade aufhört und was sie am Thema Tod und Sterben so fasziniert.

Redaktion: Ursula Daalmann

"Die böseste Frau der Schweiz"

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 24.04.2017 | 25:57 Min.

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