Uganda heißt Flüchtlinge willkommen

Uganda heißt Flüchtlinge willkommen

Von Achim Nuhr

Präsident Museveni regiert Uganda seit mehr als 30 Jahren - auch mittels Folter und willkürlicher Verhaftungen. Seine Flüchtlingspolitik aber bezeichnet die UN als fortschrittlich. WDR 5-Reporter Achim Nuhr hat sich vor Ort umgehört.

Ladenzeile in Kampala

Auf den ersten Blick wirkt das Armenviertel Gogonya im Süden Kampalas wie viele andere in Afrika: Kleine Läden bieten Obst, Gemüse und Geflügel an. An einer Durchgangsstraße stehen Backstein-Häuser und Wellblech-Hütten mit kleinen Läden.

Auf den ersten Blick wirkt das Armenviertel Gogonya im Süden Kampalas wie viele andere in Afrika: Kleine Läden bieten Obst, Gemüse und Geflügel an. An einer Durchgangsstraße stehen Backstein-Häuser und Wellblech-Hütten mit kleinen Läden.

Was Gogonya von vielen anderen Armenvierteln unterscheidet, kann man nicht sofort erkennen: Hier leben viele Menschen, obwohl sie den ugandischen Behörden als ausländische Flüchtlinge bekannt sind. Im Nachbarland Kenia würden sie zum Beispiel in Lager eingewiesen und dort festgehalten.

Zu den Flüchtlingen in Kampala gehört Angoji Jeslai aus dem Kongo. Er arbeitet in einem PC-Shop, wo er Musiktitel auf CDs brennt. Dass er überhaupt arbeiten darf, ist ungewöhnlich: In vielen anderen Ländern in Afrika und anderswo wird Flüchtlingen auch das Recht auf Arbeit verweigert.

Viele Flüchtlinge arbeiten informell auf dem Owino-Markt, dem größten Markt der ugandischen 1,5 Millionen-Metropole. Tausende Verkäufer bieten praktisch alles an, was man kaufen kann, vor allem Textilien.

Die 23-jährige Angel Fuha musste fliehen, nachdem Rebellen im Kongo ihre Eltern ermordet hatten. Sie näht nun Kleidung auf dem Owino-Markt – für umgerechnet 1,60 Euro das Stück.

In Angel Fuhas Nähstube arbeiten Flüchtlinge aus dem Kongo, Burundi und Ruanda – gemeinsame Sprache ist das Swahili. In Uganda gelten Luganda und Englisch als die führenden Sprachen, hinzu kommen viele Stammessprachen.

Gegenüber von Frau Fuha arbeitet Bamenjabo Sametjeri Eduard: Er gehört im Nähgewerbe von Kampala zur Minderheit der Männer. Herr Eduard ist unzufrieden, obwohl er von einer Hilfsorganisation eine Nähmaschine als Startkapital erhielt: "In Uganda werden Flüchtlinge zwar begrüßt, aber nicht ausreichend versorgt", meint er.

Sicher ist: In Kampala leben jeweils etwa 200.000 Flüchtlinge allein aus den Nachbarländern Kongo und Südsudan unter 38 Millionen Einheimischen. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR lobt die Politik der amtierenden Regierung: Flüchtlinge würden aufgenommen, könnten sich frei bewegen, arbeiten und andere Menschen beschäftigen.

Stand: 08.03.2017, 10:00 Uhr