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Das große Geschäft mit Schrottimmobilien

Das große Geschäft mit Schrottimmobilien

Schrottimmobilien sind in vielen deutschen Städten ein drängendes Problem. Als Mieter werden oft Zuwanderer aus Osteuropa ausgebeutet. Was das für die Mieter, Nachbarn und die betroffene Stadt bedeutet, zeigt sich zurzeit in Gelsenkirchen.

Schrottimmobilien in Gelsenkirchen

Das Problemviertel Bismarck in Gelsenkirchen. Die Stadt Gelsenkirchen zählt aktuell 265.000 Einwohner. Ein Großteil der 6.200 gemeldeten EU-Zugewanderten aus Rumänien und Bulgarien leben in dringend sanierungsbedürftigen Häusern.

Die Mietpreise in Gelsenkirchen liegen bei circa fünf Euro pro Quadratmeter und damit sehr günstig. Die Osteuropäer zahlen jedoch für die kaputtgewohnten Häuser um die zehn Euro/qm² und leben mit bis zu zehn Personen auf 60 Quadratmetern. Das soll sich mit dem Wohnungsaufsichtsgesetz von 2014 ändern.

Das Problemviertel Bismarck in Gelsenkirchen. Die Stadt Gelsenkirchen zählt aktuell 265.000 Einwohner. Ein Großteil der 6.200 gemeldeten EU-Zugewanderten aus Rumänien und Bulgarien leben in dringend sanierungsbedürftigen Häusern.

Die Mietpreise in Gelsenkirchen liegen bei circa fünf Euro pro Quadratmeter und damit sehr günstig. Die Osteuropäer zahlen jedoch für die kaputtgewohnten Häuser um die zehn Euro/qm² und leben mit bis zu zehn Personen auf 60 Quadratmetern. Das soll sich mit dem Wohnungsaufsichtsgesetz von 2014 ändern.

Ein Gründerhaus aus dem Jahr 1905 in der Bismarckstraße Ecke Rückertstraße. Seit vier Jahren gilt das Haus als unbewohnbar. Alle Mieter aus Osteuropa mussten anderorts untergebracht werden. Der Vermieter, wohnhaft in Essen, legte einen Offenbarungseid ab.

Der Dachstuhl ist abgebrannt und nur provisorisch mit Planen abgedeckt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Die Täter sind unbekannt. Eigentlich müsste das Haus abgerissen werden, aber da die Stadt Gelsenkirchen nicht der Eigentümer ist und der Vermieter die Abrisskosten nicht zahlen kann, bleibt die Situation weiterhin unklar.

Das unbewohnte Gründerhaus wird mit Stahlpfeilern gestützt. Die Holzdecken sind durchfeuchtet, der Erker ist einsturzgefährdet - und das gleich an einer Hauptverkehrsstraße. Die Kosten dafür hat die Stadt Gelsenkirchen übernommen. Ein gerichtliches Gutachten bezifferte den Wert des Hauses mit "nahezu einem Euro".

Eines von vielen versiegelten Häusern in der Bismarckstraße. 1.500 Wohnungen wurden bisher in Gelsenkirchen zwangsgeräumt und versiegelt. Doch die Dunkelziffer von noch nicht entdeckten "Schrottimmobilien" sei weitaus höher, bestätigt die Stadt Gelsenkirchen.

Das heruntergewirtschaftete Schellenregister des Hauses in der Robergstraße 10. Wer die Renovierungskosten von der Immobilie übernehmen wird, ist auch hier derzeit noch unklar. Ein Haus, das nur noch Schrottwert hat. Die Menschen hausten ohne Strom, ohne Wasserversorgung. Notdürftig wurden Stromkabel angezapft. In den Gebäuden lauern überall Gefahrenquellen.

In der Robergstraße leben viele Rumänen und Bulgaren. Das berüchtigte Haus Nummer 10 ist komplett sanierungsbedürftig und wurde im November 2016 nach einem Wasserschaden zwangsgeräumt und versiegelt. Die Mieter, allesamt Menschen aus Osteuropa, kamen in Notunterkünften oder bei Verwandten unter.

Die Gründe, weshalb Problemhäuser überhaupt entstehen können, sind vielfältig. Teilweise sind die Eigentümer mit der Instandhaltung schlichtweg überfordert. Anderen geht es nur um den schnellen Profit. Das Geschäft mit runtergekommenen Mietshäusern blüht im gesamten Ruhrgebiet.

Bilder und Texte von Melahat Simsek

Stand: 25.01.2017, 11:32 Uhr