100 Jahre Dutch Design

100 Jahre Dutch Design

1917 von Piet Mondrian, Theo van Doesburg, Gerrit Rietveld und weiteren gegründet, veränderte De Stijl nicht nur die Kunstwelt, sondern auch die Gesellschaft. Bis heute beeinflusst De Stijl Mode, Design und Werbung – und damit unser aller Leben.

Das Rathaus in Den Haag in den Farben von De Stijl: rot, gelb und blau

Zur Feier des Themenjahres: "Von Mondrian zu Dutch Design: 100 Jahre De Stijl" erstrahlt auch das Rathaus von Den Haag in den Farben rot, gelb und blau. Die drei Primärfarben stehen für eine Kunst-Bewegung, die dieses Jahr in den Niederlanden ihr 100-Jähriges Jubiläum feiert: De Stijl.

Zur Feier des Themenjahres: "Von Mondrian zu Dutch Design: 100 Jahre De Stijl" erstrahlt auch das Rathaus von Den Haag in den Farben rot, gelb und blau. Die drei Primärfarben stehen für eine Kunst-Bewegung, die dieses Jahr in den Niederlanden ihr 100-Jähriges Jubiläum feiert: De Stijl.

Das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht ist das bekannteste Bauwerk der De Stijl Bewegung. 1924 von Gerrit Rietveld erbaut, ist das Haus auf das Wesentliche reduziert. Es wirkt durch seine geometrischen Formen und die roten, gelben und blauen Verstrebungen dennoch wie ein Kunstwerk. Der gelernte Kunsttischler Gerrit Rietveld ist hier erstmalig als Architekt tätig – im Auftrag der Anwaltswitwe Truss Schröder, die seine Geliebte war. Seit dem Jahr 2000 steht das Gebäude auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes.

Durch Recycling alter Materialen ist Piet Hein Eek zum Designstar geworden. Einige seiner Arbeiten wurden sogar im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt. Auf einem früheren Werksgelände der Firma Phillips hat Piet Hein Eek in Eindhoven eine Welt nach seinen Vorstellungen geschaffen.

Altholz, von hellbeige bis dunkelbraun, als Patchwork angeordnet und auf Hochglanz lackiert – dieses Material ist das Erkennungszeichen von Piet Hein Eek. Er verwendet es für Tische, Stühle, Schränke und Kommoden. Produziert wird alles vor Ort. Und eine rundum Verglasung erlaubt Einblicke in sämtliche Produktionsschritte.

Das Areal ist ein Gesamterlebnis aus Stahl, Glas und Ziegeln. Besuchern steht es an sieben Tagen in der Woche offen. Und von den Verkaufsräumen im ersten Stock können Kunden sämtliche Schritte der Produktion beobachten. Diese Transparenz ist dem Designer wichtig.

Piet Hein Eek sieht sich als Generalist. Er designt nicht nur Möbel, sondern entwirft auch Gebäude und schafft Kunst. Mit diesem Werk aus Plastikmüll prangert er die Verschmutzung unserer Weltmeere an.

Zum Komplex gehört auch ein großes Restaurant. Es gleicht einem Museum zeitgenössischer Kunst. Auf dem Dach eines alten Trabis stapeln sich große Lautsprecherboxen. Dutzende unterschiedliche Lampen des Designers hängen von der hohen Decke und jede wirkt wie ein kleines Kunstwerk. Chef, Mitarbeiter und Besucher essen gemeinsam an großen Tischen.

Amersfoort ist eine mittelalterliche Stadt und liegt nur rund 25 Kilometer von Utrecht entfernt. Hier wurde 1872 Piet Mondrian in ärmlichen Verhältnissen geboren. Der widrige Start ins Leben und später die Verheerungen des ersten Weltkrieges prägten den Künstler, der 1917 zu den Gründungsmitgliedern von De Stijl zählte.

Das Haus der Familie Mondrian liegt unmittelbar an einem Kanal. Was heute pittoresk anmutet, war damals riskant. Bei Hochwasser lief das alte Gebäude regelmäßig voll. Mondrians Geburtshaus ist schon lange ein Museum und für das Dutch Design Jahr wird es aufwändig renoviert, um Besuchern besonderen Kunstgenuss zu bieten.

Wie weit Kreativität gehen kann, wenn man ihr freien Lauf lässt, ist im Mu zu sehen. Es liegt in Eindhoven und ist einer der ungewöhnlichsten Orte des Landes. Erklärtes Ziel der Einrichtung ist es, Grenzen auszutesten. Das Mu sieht sich in einer Tradition mit Mondrian und De Stijl: Die Bewegung wollte etwas komplett Neues entwickeln. Und die Arbeiten niederländischer Designer, die im Mu gezeigt werden, haben den gleichen revolutionären Ansatz.

Spannende Arbeit der Designerin Theresa van Dongen: Kleine Reagenzgläser, gefüllt mit trüber Flüssigkeit. Sie hat Wasser und Matsch untersucht, in denen verschiedene Bakterien enthalten sind. Wenn man diese gut füttert, geben sie kleine Mengen an Elektrizität ab. In der Ausstellung wird eine Lampe mit diesem Strom gespeist. Für ihre Idee hat Designerin Theresa van Dongen schon zahlreiche Preise bekommen.

Das Gemeentemuseum in Den Haag besitzt die größte Mondrian-Sammlung der Welt. Anlässlich des Themenjahres von "Mondrian to Dutch Design" präsentiert das Museum zum ersten Mal in seiner Geschichte alle 300 Mondrians in einer Ausstellung.

Stand: 09.03.2017, 13:55 Uhr