Redezeit mit Daniel Fuhrhop

Daniel Fuhrhop

Redezeit mit Daniel Fuhrhop

Ist Daniel Fuhrhop das klassische Beispiel für die Wandlung eines Menschen vom Saulus zum Paulus? Als Architekturbuchverleger warb er für Neubauten, heute wirbt er für das Gegenteil: "Verbietet das Bauen", fordert er.

Das Ziel von Bundesregierung und Landesregierungen ist hehr und ambitioniert: Der Flächenverbrauch soll drastisch gestoppt werden. Statt der gegenwärtig knapp 70 Hektar, also 700.000 Quadratmeter Fläche, die für Neubauten und neue Straßen täglich versiegelt werden, sollen es bis 2030 nur noch 30 Hektar sein. Nordrhein-Westfalen verliert im Augenblick täglich rund zehn Hektar an Natur- und Freifläche und will bis 2020 auf die Hälfte, nämlich fünf Hektar, also 50.000 Quadratmeter täglich runter - macht jährlich 1,8 Millionen Quadratmeter.

Ein Zahlengewirr, das, so sagt Daniel Fuhrhop, bis auf Null gefahren werden muss und auch kann. "Verbietet das Bauen", hat er deshalb eine provokante Schrift getauft, und als 2015 und 2016 überall im Land die Frage aufkam, wohin mit den Flüchtlingen, entstanden Zelt- und Containerdörfer, oft auf der grünen Wiese irgendwo am Siedlungsrand.
Fuhrhop entwickelte seine Gedanken, sorgsamer mit dem Gut Boden umzugehen, weiter und befasste sich mit der Frage, inwieweit dauerhaft, auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, Städte in ihrer Bausubstanz und Bauform sich ändern können, um mit dem bestehenden Potential durch entsprechenden Umbau mehr Menschen aufnehmen können, ohne sie in Randbereiche abzuschieben. Er nennt sein Modell "Willkommensstädte" - wie die aussehen, erörtert er im Gespräch mit Marlis Schaum.

Redaktion: Mark vom Hofe

Daniel Fuhrhop

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 16.01.2017 | 26:51 Min.

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Stand: 12.01.2017, 14:33