Liverpool und der Mythos Beatles

Liverpool und der Mythos Beatles

Liverpool im Nordwesten Englands: Hier ist Jürgen Klopp Trainer und von hier aus starteten die Beatles ihren Siegeszug und prägten die Popkultur wie keine Band vor und nach ihnen. Michael Marek und Sven Weniger auf Spurensuche der Fab Four.

Skyline vom Fluss aus betrachtet, davor ein buntes Schiff mit gemalten geometrischen Mustern

Die Liverpooler Skyline ist ein Mix aus Prachtbauten der Jahrhundertwende und minimalistischer Architektur der letzten zwanzig Jahre. Davor kreuzt im Sommer die Dazzle Ferry. Sie wurde von dem Künstler Peter Blake designt. Der schuf auch das wohl berühmteste Plattencover aller Zeiten: Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band.

Die Liverpooler Skyline ist ein Mix aus Prachtbauten der Jahrhundertwende und minimalistischer Architektur der letzten zwanzig Jahre. Davor kreuzt im Sommer die Dazzle Ferry. Sie wurde von dem Künstler Peter Blake designt. Der schuf auch das wohl berühmteste Plattencover aller Zeiten: Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band.

Der Albert Dock repräsentiert mit renovierten Lagerhallen und Fabrikanlagen aus Backstein die Blüte des Liverpooler Hafens. Gleich in seiner Nachbarschaft erhebt sich die moderne Architektur der Stadt. Der Albert Dock mit seinen Hafenbecken ist heute Heim für Galerien, Restaurants, Museen wie der Tate Liverpool und zieht hunderttausende Besucher aus aller Welt an.

Die vier Bronzestatuen der Beatles wurden 2015 nach einem berühmten Foto des Bildhauers Andy Edwards geschaffen und der Stadt vom Cavern Club gestiftet. Die Fab Four stehen am Pier Head, direkt am Fähranleger der Mersey Ferries. Jede ist über zwei Meter hoch und zeigt die Fab Four in dynamischer Pose. Kein Beatles-Tourist, der nicht hier ein Selfie macht.

Joey Lyons ist Beatles-Stadtführer und ein Kenner von Geschichte und Geschichten rund um die Beatles. Hier posiert er neben seinem Lieblings-Beatle, Paul McCartney, der eine Filmkamera trägt, die ihm seine Frau Linda einst schenkte.

Der Bus der Magical Mystery Tour ist knallbunt lackiert und wurde so selbst zur Stilikone. Fünfmal am Tag startet er vom Albert Dock zu seiner zweistündigen Rundfahrt zu den Plätzen in der Stadt, die im Leben der Fab Four eine Rolle spielten. An Bord wird Musik gespielt, an vielen Orten gibt es Stopps zum Aussteigen.

"The Beatles Story" ist ein Multimedia-Museum. Es liegt im Albert Dock und hat eine Dependence mit Sonderausstellungen am Pier Head. Der Besucher taucht ein in eine Welt aus Audio- und Videoinstallationen und nachgebauten Locations, in denen die Beatles auftraten. Die Menge der Denkwürdigkeiten, die aus aller Welt zusammengetragen wurden, ist überwältigend.

Natürlich wird im Beatles Museum auch an die Hamburger Anfangsjahre der Band erinnert, die dort den Schliff bekamen, der sie danach zur Weltkarriere katapultierte.

Eines der beliebtesten Motive in der Stadt ist das Straßenschild der Penny Lane. Die Magical Mystery Tour macht hier einen Fotostopp. Früher wurde das Schild hundertfach abmontiert und geklaut. Heute ist es diebstahlsicher in der Mauer verankert.

Strawberry Fields: Liverpools Upper Class ist hier Zuhause. Auf dem Gelände der Heilsarmee hat John Lennon als Kind gespielt. Das alte Waisenhaus wurde in den 1960er Jahren abgerissen. Übrig geblieben ist allein das berühmte knallig-rote, gusseiserne Tor, das im Jahr 2000 gestohlen, aber von der Polizei wiedergefunden wurde. Besucher kommen hierher, schreiben Sprüche an Tor und Mauer.

Die St. Peter's Church ist ein mystischer Ort in der Beatles-Geschichte. Hier trafen sich John Lennon und Paul McCartney zum ersten Mal am 6. Juli 1957. Auf dem Friedhof stehen die Gräber von Eleanor Rigby und John McKenzie dicht beieinander. Beide Namen tauchen in dem berühmten Beatles-Titel "Eleanor Rigby" auf.

Der Türsteher des Cavern Club macht einen mürrischen Eindruck. Tatsächlich darf hier jeder eintreten, der promillemäßig noch im Soll steht. Tagsüber und in der Woche ist der Eintritt frei. Zwei Stockwerke tiefer in den Kellergewölben gibt es den ganzen Tag über Livemusik und Getränke an der Bar.

Jeden Samstagabend spielt eine Beatles Coverband vor vollem Haus im Cavern Club. Die Beatles selbst gaben im Cavern Club mehr als 300 Konzerte.

Das Hard Days Night Hotel im Zentrum ist kein normales Hotel. Außen thronen die Säulenheiligen auf dem Fenstersims im ersten Stock. Innen wurde das Design vollständig in den Dienst der Beatles-Geschichte gestellt. Ausstattung und Fotoauswahl würden jeder Galerie zur Ehre gereichen.

Julia Baird ist die Halbschwester John Lennons. Erst nach Johns Tod begann sie sich mit dessen Leben und Andenken zu befassen. Inzwischen ist sie stark im Beatles-Hype engagiert und wird auch von Liverpool gerne zu Promotionzwecken eingesetzt, wenn es darum geht, die Beatlemania weiter am Kochen zu halten. Außerdem ist sie eine der Direktoren des Cavern Club.

Texte und Bilder: Sven Weniger und Michael Marek

Stand: 13.06.2017, 11:24 Uhr