Songs mit Ohrwurmgarantie – die Favoriten im März

Die Favoriten auf WDR 5

Songs mit Ohrwurmgarantie – die Favoriten im März

Von Kathrin Herr

Was tut man, wenn Karneval rum ist? Richtig, gute Musik hören! Da kommen unsere zwölf Favoriten für den März gerade richtig. Wir beleuchten nicht nur die musikalische Qualität, sondern auch die Hintergrundgeschichten zu den Künstlern.

Unter anderem sprechen wir darüber, warum Nosoyo im Moment sehr glücklich sein müssten, wie Chris Trapper seinen Sprachfehler besiegte und warum wir von WDR 5 die Jungs von Tryo so abfeiern.

Nosoyo – Disillusioned

Nosoyo - Resonate

Im Radio werden Nosoyo ja jetzt schon gespielt, die größte Ehrung wäre es aber für das Pop-Duo aus Berlin, sich selbst im Bio-Supermarkt beim Einkaufen hören zu dürfen. Vor drei Jahren haben sie sich in Amsterdam kennen gelernt, seither sind sie nicht nur musikalisch sondern auch im realen Leben ein Paar. Der Song „Disillusioned“ war die Single zum Debütalbum „Resonate“, das jetzt im Februar raus kam und sofort einen Ehrenplatz unter unseren Favoriten bekommen hat.

Omar feat. Mayra Andrade – Déjà Vu

Omar - Love in Beats

Nach nunmehr vier Jahren war es endlich soweit und Omars achtes Studioalbum „Love in Beats“ erschien diesen Januar. Sein erster Hit stammt direkt von seinem Debutalbum, das Anfang der 90er raus kam und während dieser 30-jährigen Karriere wurde der Brite schon mit einigen Preisen ausgezeichnet, zuletzt sogar mit der Mitgliedschaft im „Order of the British Empire“, einem der königlichen Ritterorden. Auch der Song „Déjà Vu“ besticht durch seinen lockeren Dreivierteltakt in Kombination mit bluesigen Backings und dem souligen Gesangsduo von Gastsängerin Maya Andrade und Omar himself.

Tryo – Souffler

Tryo - Vent debout

Drei Akustikgitarren, stimmiger Gesang und rhythmische Perkussion: Daraus entsteht der unverwechselbare Klang der Band Tryo (Trio). In ihrem Heimatland Frankreich sind sie selbst noch im kleinsten Dorf bekannt. Seit Mitte der 90er begeistern Tryo mit ihren Songs. Ihr Stil ist nicht wirklich Reggae oder Ska und auch nicht Rock oder Pop: Die musikalische Zuordnung bleibt offen, umso klarer ist aber ihre politische Botschaft. Tryo kämpfen für mehr Toleranz und besseren Umweltschutz: Auch bei Greenpeace sind sie sehr engagiert. Zu ihrem Song „Souffler“ haben sie mit einfachen Mitteln ein sehr ausdrucksstarkes Video gedreht: Zu sehen sind Passanten unterschiedlicher Couleur, die ihre Forderungen für eine bessere Zukunft auf Transparenten festhalten.

Chris Trapper – Angel Appearing In A Small Cafe

Chris Trapper - Symphonies of Dirt & Dust

Chris Trapper ist ein US-Songwriter aus Boston. Erste Bekanntheit erlangte er mit der Alternativ-Band The Push Stars, als es gelang, einen Song auf dem Soundtrack der Komödie „Verrückt nach Mary“ zu platzieren. Zur Musik kam der Songwriter während der Schulzeit: In einer Phase, in der so wirklich gar nichts klappen wollte, empfahl im sein Lieblingslehrer, er solle es doch mal mit Gesang probieren. Damit hatte der Pädagoge 100 Prozent ins Schwarze getroffen: Seit seinem 13. Lebensjahr schreibt Tapper eigene Songs und zählt heute zu den bekannteren Pop/Rock-Musikern aus Boston.

Kelvin Jones – Call You Home (Acoustic)

Kelvin Jones - Stop The Moment

„Call You Home“ ist die Hitsingle des britischen Songwriters Kelvin Jones. Wie auch in diesem Song, geht es in fast allen Stücken stets um das Verliebtsein. So ist das eben, wenn man erst Anfang 20 ist. Der talentierte Brite hat afrikanische Wurzeln: Geboren in Zimbabwe zog er als kleiner Junge mit seinen Eltern nach England. Jetzt lebt er in London und komponiert eingängige Pop-Songs mit einer unverkennbaren Soul-Note. Doch auch mit Deutschland fühlt er sich sehr verbunden. Regelmäßig reist er nach Berlin. Wie an keinem anderen Ort bekommt er hier die Inspiration für seine neuen Songs. In einem Interview erklärte er, einen richtig guten Song erkenne man daran, wenn dieser seine Wirkung auch ohne Band und Verstärker entfalten kann. Daher hat WDR 5 auch die Akustik-Version von „Call You Home” ins Programm genommen.

Lack Of Afro – All My Love

Lack Of Afro - Hello Baby

Die Blütezeit des Motown-Sounds ist zwar schon lange vorbei, Soul-Music wird uns aber für immer erhalten bleiben. Das beweist auch der Brite Adam Gibbons mit seinem Projekt Lack Of Afro. Hier sampelt er Funk- und Soul-Platten der frühen 70er und verleiht den Songs neue Aktualität: Seine neusten Stücke klingen perfekt abgemischt und ausgefeilt bis ins kleinste Detail. Für seine Produktionen sucht er stets die passenden Gastmusiker. Ein Song ohne Kollaboration? Das scheint für Adam Gibbons undenkbar. Bei unserem Favoriten „All My Love“ begleitet ihn die Sängerin Juliette Ashby mit ihrer ebenso charmanten wie charaktervollen Soul-Stimme.

The Beautiful Girls – After All This Time

Beautiful Girls - Spooks

Anders als der Name vielleicht den Anschein erweckt, besteht die Band nicht aus weiblichen Mitgliedern. Ganz im Gegenteil: Hier spielen ausschließlich Männer. Mit dieser ungewöhnlichen Namensgebung wollte der Gründer Mat McHugh ein Gegengewicht zum Machismo im Musikbusiness setzen. Dabei hatte der Australier eigentlich nie den Plan, einmal von seiner Musik zu leben, sondern wollte Surfer werden. Doch dann kam alles anders: Seit nun mehr als 15 Jahren tourt er entweder mit seiner Band The Beautiful Girls oder als Solist durch die Welt. Sein Sound ist eine ganz eigene und sehr erfrischende Mischung aus Reggae, Folk & Blues.

Sean Koch – Lift You Up

Sean Koch -  Natural Projection

Jeder hat sein Glück selbst in der Hand, aber wenn es drauf ankommt, hat man immer genug Freunde die einem beistehen. Dies ist die Hauptmessage, die in den Songs vom südafrikanischen Sean Koch Trio mitschwingt. Stimmlich gesehen besteht leichte Verwechslungsgefahr zu Patrice, trotzdem schaffen es die drei Sandkastenfreunde ihren eigenen Stil zu entwickeln und mit ihrer Surfer-Mentalität leichtfüßigen und schlicht gehaltenen Gitarrenpop in die Welt zu bringen. Der Titel „Lift You Up“ ist ein absoluter Stimmungsheber und damit genau richtig unter unseren Favoriten.

The Tibbs – The Story Goes

The Tibbs - Takin' Over

Sie wirken ein bisschen wie Schneewittchen und die sieben Zwerge, nur dass es bei den Tibbs genau andersrum ist: eine zierliche Frau und Sängerin mit 7 gestandenen Musikern, die sie fast alle um einen Kopf überragen. Die Band aus Amsterdam hat sich komplett dem Retro Motown Sound verschrieben und wirkt dabei so souverän, dass man sich fühlt wie im Chicago oder Detroit der 60er und 70er Jahre. Der Song „The Story Goes“ stammt vom aktuellen Album „Takin‘ Over“, das letztes Jahr im Mai erschienen ist.

The Paper Kites – Featherstone

The Paper Kites - Woodland (EP)

Seit 2010 gibt’s die Paper Kites nun schon, bestehend aus fünf Highschool Freunden aus Australien. Der Song „Featherstone“ erschien 2011 auf der Debüt-EP „Woodland“ und dürfte vor allem bei den Fans von Grey’s Anatomy schon längst bekannt sein. Damals erschien er nämlich auf dem Soundtrack zur achten Staffel der Ärzteserie, was der Band zum internationalen Erfolg verholfen hat. Inzwischen haben sich knapp 180000 Likes bei Facebook und dazu 2 Millionen Klicks auf Youtube angehäuft und die können sich ja wohl definitiv sehen lassen.

Klingande feat. Broken Back – Riva (Restart the Game) [Krono Remix]

Klingande feat. Broken Back – Riva (Restart the Game)

Klingande ist schwedisch und bedeutet so viel wie vibrieren, oder klingeln. Der französische Produzent Cedric Steinmyller hat sich für den Namen entschieden, da er einerseits von der schwedischen Sprache sehr angetan ist und andererseits, um seine Bewunderung für Künstler wie Avicii und Swedish House Mafia auszudrücken. Der Track „Riva – Restart the Game“ stammt ursprünglich aus 2015, unter unsere Favoriten hat es aber ein Remix der DJ-Gebrüder Krono aus Paris geschaft. Weniger Mundharmonika und Schnörkel, dafür ein bisschen kompakter und mit konstanterem Beat.

Joel Havea – Simple Things

Joel Havea - Strings & Wood (EP)

Schlichter Gitarrenpop mit Reggae-Einschlag, einem souligen Gesang und ehrlichen Texten. So lässt sich die Musik von Joel Havea am besten beschreiben. Der Australier stammt gebürtig von der Zwerginsel Tonga, ist aber im Grunde ein waschechter Weltenbummler. Über Asien und Europa hat er sich nun mit seiner Gitarre bis nach Hamburg rauf gejammt, wo er sich momentan niedergelassen hat. Doch immer wenn der nordische Winter naht, zieht es ihn zurück in seine australische Heimatstadt Melbourne. Seinen Songs merkt man den Sonnenschein jedenfalls immer an, wie auch beim Titel „Simple Things“.