Frühlingsmusik - unsere Favoriten im April

Die Favoriten auf WDR 5

Frühlingsmusik - unsere Favoriten im April

Von Kathrin Herr

Auch diesen Monat haben wir wieder eine Best of-Liste an Songs zusammengestellt, die so gut sind, dass man sie gerne auch ein paar mal öfter im Programm hören mag.

Mit dabei sind Titel aus den unterschiedlichsten Genres, vom sonnigen Folksound von Sean Koch bis hin zum groovenden Retro-Soul von The Tibbs.

Blitzen Trapper Furr

Blitzen Trapper - Furr

Acht Alben haben Blitzen Trapper bereits produziert, davon ist eines unterschiedlicher als das andere. Von Blues über Country bis hin zum Progressive Rock haben sie spätestens seit ihrem vierten Album „Furr“ den roten Faden im Folk gefunden. Das Album wurde bei seinem Release von den Kritikern hoch gelobt und das verdienterweise! Songwriter Eric Earley war dafür übergangsweise in den Proberaum der Band eingezogen und schrieb bis spät in die Nacht an den Songs. Der Titelsong ist eine angenehme Mischung aus Folkpop mit Countryeinflüssen und passt perfekt zu unseren Favoriten.

Sean Koch – Flow

Sean Koch -  Natural Projection

Jeder hat sein Glück selbst in der Hand, aber wenn es drauf ankommt, hat man immer genug Freunde die einem beistehen. Dies ist die Hauptmessage, die in den Songs vom südafrikanischen Sean Koch Trio mitschwingt. Stimmlich gesehen besteht leichte Verwechslungsgefahr zu Patrice, trotzdem schaffen es die drei Sandkastenfreunde ihren eigenen Stil zu entwickeln und mit ihrer Surfermentalität leichtfüßigen und schlicht gehaltenen Gitarrenpop in die Welt zu bringen. Der Titel „Flow“ ist ein absoluter Stimmungsheber und damit genau richtig unter unseren Favoriten.

The Cure In Between Days (Acoustic)

The Cure - Greatest Hits

Wenn ein Song gut ist, dann funktioniert er meistens auch als Akustikversion. Genau so ist das auch mit „In Between Days“ von The Cure, der sich durch sein poppiges Upbeat-Tempo erst mal eher positiv anhört. Aber es wären ja nicht The Cure, wenn der Songtext nicht gleichzeitig von Desastern, Ängsten und Verlusten handeln würde. Als Akustikversion ist der Hit von 1985 übrigens eine echte Rarität, die wir auf der Special Edition einer Greatest Hits Collection ausgegraben haben.

Pacific Horrific A Common Goal

Pacific Horrific - Vol. 1

Vier Jungs, eine alte Limonadenfabrik, die zum Proberaum und Aufnahmestudio umfunktioniert wurde und dazu eine ganze Bandbreite an Instrumenten. Keine Uhren, kein Tageslicht. Ungefähr so sieht die Arbeitsatmosphäre der Band Pacific Horrific aus. Das Ergebnis sind Songs wie „A Common Goal“. Über die Bedeutung ihres Namens, schweigt die Band sich übrigens aus, um die Deutung ganz der Interpretation ihrer Hörerschaft zu überlassen. Nur so viel sei gesagt, die Wärme des Pazifiks soll im Kontrast zur Angstassoziation des Worts Horrific stehen. Außerdem reimt es sich so schön.

Rayland Baxter Willy’s Song

 Rayland Baxter - Feathers & Fishhooks

Man muss kein Musikwissenschaftler sein, um zu erraten woher Rayland Baxter kommt. Mit so einem bluesigen Country-Sound und dem Honky-Tonk Piano kann man eigentlich nur aus Nashville, Tennessee stammen. Während einer Reise nach Israel begann sich der Künstler intensiv mit Folk- und Countrymusik á la Bob Dylan und Ryan Adams zu beschäftigen und fing darüber an, seine eigenen Songs zu schreiben. 2012 erschien sein Debutalbum „Feathers & Fishhooks“ auf dem auch „Willy’s Song“ zu finden ist.

Tep No – Me and My Guitar

Tep No - Me and My Guitar

Nachdem das New Yorker Indie-Elektrolabel Ultra Music schon Künstler wie Filous und Alle Farben unter Vertrag hat, reiht sich der Kanadier Tep No quasi nahtlos mit ein. Leichtfüßiger Elektropop, der durch seine simplen aber eingängigen Gitarrenriffs besticht, die den Songs genau den Anstrich verleihen um aus der breiten Masse herauszustechen. Eventuell hat Tep No, der im wahren Leben übrigens Christopher Lagogiannis heißt, den Song deswegen „Me and My Guitar“ genannt.

Paul & The Tall Trees – Own Up

Paul & The Tall Trees - Our Love In The Light

Obwohl oder vielleicht auch gerade weil er kein ausgebildeter Musiker ist, klingen Paul Schaldas Songs so authentisch in ihrem Retrotum und bringen gleichzeitig einen frischen Wind in die Musiklandschaft. Bevor Paul jedoch das Bandprojekt Paul & The Tall Trees ins Leben rief, hatte er eigentlich mit der professionellen Musik abgeschlossen, arbeitete brav 9 till 5 in einem Büro und ging wieder zur Schule. Lange hat der Zustand aber nicht angehalten, als er ein Angebot erhielt mit Charles Bradley auf Tour zu gehen, war die Entscheidung wenig später gefallen. Nach drei Jahren auf Tour fand er dann zu seinen eigenen Wurzeln zurück und das Bandprojekt Paul & The Tall Trees war geboren. Der Song „Own Up“ stammt vom aktuellen Album „Our Love in the Light“, das letztes Jahr im Oktober herauskam.

Digger Barnes – You Can't Run from the Devil

Digger Barnes - Near Exit 27

Seine Songs handeln von zwielichtigen Gestalten, Drogen und Tod. Dabei sieht man die Tumbleweeds förmlich vor sich durch die Wüste wehen. Zusammen mit Bandkollegen Pencil Quincy hat der Sänger und Multiinstrumentalist ein Musik- und Filmprojekt erschaffen, das unter dem Namen The Diamond Road Show eine Mischung aus Konzert und kunstvollen Visuals in die deutschen Städte bringt. Hinter Digger Barnes verbirgt sich übrigens in diesem Falle nicht der Ölpatriarch aus der Fernsehserie Dallas, sondern Kay Buchheim aus Hamburg.

Changed Habits – Memory

Changed Habits - Memory

Der eine studiert Astrophysik und lebt in Kiel, der andere geht noch zur Schule in einem kleinen Ort in Österreich. Was Andy und Lukas jedoch verbindet ist die gemeinsame Musik, die sie unter dem Namen Changed Habits produzieren. Sie haben sich übers Internet kennen gelernt, als Andy den Emailanfrage von Lukas zum gemeinsamen Musikmachen nachkam. Hals über Kopf fuhr er spontan 13 Stunden lang nach Österreich, um dort den Song „Memory“ zu produzieren und das obwohl sich beide vorher noch nie gesehen hatten. Die Single erschien 2015 und ist bislang das einzige Produkt dieser Kollaboration, beide sind sich aber sicher, da kommt noch was.

The Tibbs - Footprints in the Sand

The Tibbs - Takin' Over

Sie wirken ein bisschen wie Schneewittchen und die sieben Zwerge, nur dass es bei den Tibbs genau andersrum ist: eine zierliche Frau und Sängerin mit 7 gestandenen Musikern, die sie fast alle um einen Kopf überragen. Die Band aus Amsterdam hat sich komplett dem Retro Motown Sound verschrieben und wirkt dabei so souverän, dass man sich fühlt wie im Chicago oder Detroit der 60er und 70er Jahre. Der Song „Footprints in the Sand“ stammt vom aktuellen Album „Takin‘ Over“, das letztes Jahr im Mai erschienen ist.