Es wird stürmisch: Die Favoriten im November

Die Favoriten auf WDR 5

Es wird stürmisch: Die Favoriten im November

Von Kathrin Herr

Der November gilt ja bekanntlich nicht als der freundlichste Monat im Jahr, zumindest wettertechnisch gesehen. Musikalisch aber vielleicht doch, zumindest wenn es um unsere Favoriten geht.
Wir plaudern ein bisschen darüber woher der Name Bénabar kommt, lauschen authentischem Desert Rock aus Dänemark und haben uns von Joel Ney erzählen lassen, wie seine aktuelle Single entstanden ist.

Die Playlist zur Sendung bei Spotify

Jon and Roy Runner

The road ahead is golden

Jon and Roy stammen beide aus Kanada und haben sich in der Uni kennen gelernt. Zusammen sind sie dann durch Australien gereist und haben angefangen Musik zu machen. Das Resultat sind solche Songs wie unser Favorit „Runner“, der diesen Juni auf dem neuen Album „The Road Ahead Is Golden“ rauskam. Und das, obwohl die beiden drei Wochen bevor sie ins Studio sind noch gar nicht wussten, dass sie überhaupt ein neues Album aufnehmen würden. Aber wenn man schon so lange in der Musikszene mitmischt wie Jon and Roy, dann hat man schnell alle Songideen der letzten zwei Jahre zusammen gepackt und ein 11 Stücke starkes Album produziert, das dann auch noch gut ankommt.

Raul Midón Sound Shadow

Bad ass and blind

Mit vier Jahren bekam Raul Midón sein erstes Schlagzeug, schnell hat er allerdings den Weg zur Gitarre gefunden. Und die beherrscht er inzwischen so virtuos wie nur wenig andere. Da verwundert es eigentlich kaum, dass er schon mit Größen wie Herbie Hancock oder Stevie Wonder zusammen Musik gemacht hat. Davor war Raul Midón Backgroundsänger, zum Beispiel bei Shakira oder Jennifer Lopez, seit seinem Umzug nach New York 2002 steht er jedoch auf eigenen Beinen und bringt Alben raus wie sein Aktuelles „Bad Ass And Blind“. Dass er schon seit seiner Geburt blind ist hindert ihn weder daran, gute Musik zu machen, noch seine Songs mit einer gesunden Portion Optimismus auszustatten. Das hört man auch bei unserem Favoriten „Sound Shadow“.

Liam Bailey Stun Me

Definitely Now

Man hat oft versucht Liam Bailey in Schubladen zu drängen, aber musikalisch gesehen macht der Engländer immer das, was ihm grade gefällt. Sein Spektrum reicht von Soul und Blues über Lenny Krawitz bis hin zu Bob Marley. Da überrascht es auch wenig, dass seine ersten musikalischen Gehversuche ausgerechnet im Hip Hop stattfanden. Inzwischen lebt der gebürtige Brite im Mekka aller Musiker, im New Yorker Stadtteil Williamsburg. Unser Favorit „Stun Me“ ist der beste Beweis dafür, dass er auch als Singer/Songwriter eine gute Figur macht.

Joel Ney – Mountaines And Waves

Mountains and Waves

Joel Ney ist in Kerpen geboren und aufgewachsen. Noch nicht lange konzentriert sich der Anfang 20-jährige auf seine Solo-Karriere als Singer-Songwriter. Die Idee dazu kam ihm nach seinem Abitur, bei einem Kurzurlaub auf Mallorca. Im Januar gewann er prompt den Publikumspreis beim Emergenza Acoustic Showcase in Köln. Mit dem erhaltenen Geld für die Studioaufnahmen finanzierte er sich seine erste EP „Beautiful Things“. Im Sommer erschien dann bereits eine weitere Single, unser Favorit „Mountaines And Waves“.

Sera Cahoone – Deer Creek Canyon

Deer Creek Canyon

Die US-Musikerin Sera Cahoon lebt in Seattle, stammt aber ursprünglich aus Colorado. Dort befindet sich auch der Canyon, den sie in unserem aktuellen Favoriten „Deer Creek Canyon“ beschreibt und an den sie viele Kindheitserinnerungen hat. Die Sängerin war Besitzerin eines Skatboard-Ladens und Schlagzeugerin der „Band of Horses“. Mittlerweile auf Solopfaden unterwegs, versteht sie es, mit reduziertem Instrumenteneinsatz melancholische Stimmungen zu erzeugen. Ihre meist ruhigen Folk-Songs erinnern an ihre Lieblingsjahreszeit: den Herbst.

Jack and the Weatherman – Till The Sun Comes Up

Till The Sun Comes up

Jack and the Weatherman ist ein Duo aus den Niederlanden. Ihre Musik lässt sich am ehesten als Folk mit einer ordentlichen Priese Pop beschreiben. Ihr Markenzeichen: Think positive. Wenn man, wie Berry und Sebastian in dem verträumten niederländischen Städtchen Haarlem aufgewachsen ist, ist dies vielleicht ein sehr passendes Motto. Ihre aktuelle Single „Till The Sun Comes Up” handelt dementsprechend von einem sehr leichten Thema: von einem Strandbesuch, wahrscheinlich irgendwo in der Nähe von Zandvoort. Frische Meeresluft und Sonnenaufgänge über dem Meer werden hier besungen.

Bénabar - Le diner

Le Dîner

Bénabar – geboren in einem Vorort von Paris – ist ein Kulturschaffender par excellence. Über sich selbst sagt er: „Ich habe das Kino mit 20 entdeckt, Chansons mit 25 und das Theater mit 40 Jahren". Er ist Schauspieler, Sänger, hat Kurzfilme gedreht und eine Ausbildung als Fotograf gemacht. Seine Musik würde man in einem Plattenladen entweder bei Chansons, Weltmusik oder im Fach für Jazz-Rock finden. Unser Favorit ist aus dem Jahre 2005 und 2014 kam sein achtes und bisher letztes Studioalbum heraus: „Inspiré de faits réels“ zu Deutsch „Inspiriert von echten Fakten“.

The Desoto Caucus - Nail in the Wall

The Desoto Caucus

Sie werden auch als die Wüstensöhne Dänemarks bezeichnet. Ihr Sound klingt nach Whiskey, Western und Wüste. Doch das Quartett stammt nicht aus Texas, sondern aus dem kleinen Städtchen Aarhusa an der Ostküste Dänemarks. Lange Zeit spielten sie zusammen mit dem US-Jazz bzw. -Folk-Sänger Howe Gelb. Dass sie auch ohne Unterstützung aus den USA authentischen Desert-Rock machen können, zeigen sie auf ihrem aktuellen Album „4“. Unser Favorit ist aber schon etwas älter und bereits 2014 erschienen. Der Text bleibt nebulös, macht er lediglich Andeutungen: „Ein Nagel in der Wand an dem dein Foto hing“; schlaflose Nächte, Regen der auf’s Dach prasselt, abwarten....

Bukahara – A Child’s Tale

Phantasma

Die vier Jungs des Kölner Multi-Kulti-Kollektivs Bukahara kommen allesamt aus unterschiedlichen Kulturkreisen, die sich komplett in ihrer Musik wiederspiegeln. Und darin steckt auch die Message: Toleranz, Frieden und ein harmonisches Miteinander aller Kulturen zu verbreiten. Ihre Musik beschreiben sie übrigens als Balkansound gemischt mit Folk und einem arabischen Einschlag, deren Sound sie über Kontrabass, Geige, Posaune und ab und zu sogar einem Sousaphon hinbekommen…dazwischen wirkt die Gitarre von Soufian Zoghlami eher weniger imposant. Dafür hat der Sänger aber eine derartig einmalige Stimme mit absolutem Wiedererkennungswert. Ihr Song „A Child’s Tale“ ist daher ein absoluter Favorit unter den Favoriten!

Into Lala – Golden Voice

Into Lala

Der Sound von Into Lala klingt deswegen so greifbar und authentisch, da die Band stets darum bemüht ist, Klangelemente aus Alltagsgeräuschen herzustellen. Dadurch verliert die Musik ein bisschen an Perfektion und wird daher gleichzeitig persönlicher. Das erklärte Konzept der Band ist es daher, Songs mithilfe von Alltagsgegenständen, wie zum Beispiel, Plastiktüten, Blumentöpfen oder Buntstiften zu schreiben. Aber auch eine quietschende Supermarkttür oder der Klang von Strohhalmen auf Baumrinde wird vom Kieler Elektropop-Trio direkt aufgenommen und gesamplet. Die Idee ist zwar nicht ganz neu, klingt aber trotzdem gut, wie auch bei unserem Favoriten „Golden Voice“.

Joyce Jonathan – Ca ira

Ca Ira

Ihren ersten Song schrieb sie mit 11, mit 16 wurde sie vom Label MyMajorCompany entdeckt und sammelte über eine Crowdfunding Kampagne stolze 70 Tausend Euro für die Produktion ihres ersten Albums ein. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, schon noch fünf Monaten erreichte ihr Debutalbum Goldstatus und hatte die Kosten längst wieder eingespielt. Die gebürtige Französin spricht außerdem fließend Mandarin und hat auch einige ihrer Songs in dieser Sprache veröffentlicht, was die große Fangemeinde in China erklärt. Unser Favorit „Ca ira“ zu Deutsch: „Wird schon passen“ stammt vom Album „Caractère“, das 2013 ebenfalls auf MyMajorCompany erschien.

POWERS – Closer

Closer

Locker, fröhlich, Folk-Pop: So klingt das Duo POWERS aus L.A. Hinter dem Projekt stecken die Musiker Crista Ru und Mike Del Rio. In Deutschland hatten POWERS ihren Durchbruch 2015 mit dem Song „Beat of my Drum“. Doch sie schreiben nicht nur ihre eigenen Songs, sondern komponieren auch für bekannte Popsternchen wie Kylie Minogue, Eminem oderChristina Aguilera. Aufgewachsen sind Crista Ru und Mike Del Rio im kreativen Melting-Pot von New York. Der legendäre Punk-Club „CBGB“ war in den 90er Jahren ihr zweites Zuhause. Von Punk ist in der Musik nichts mehr zu hören. Auf die wilde Teenagerzeit weisen nur noch die schrillen Outfits von Sängerin Crista - auf Instagram Supercrista -hin.

Mazde feat. Lissa - Pitch Black

Pitch Black

Seine Songs sind elektronisch, melodisch und beatorientiert. An vielen Stellen ist zu hören, dass Mazde alias Matthias Dierkes eine musikalische Ausbildung mit dem Schwerpunkt Jazz genossen hat. Der junge Musiker kommt ursprünglich aus Bonn, ist aber - wie so viele Kreative - nach Berlin ausgewandert. Für „Pitch Black“ arbeitete er mit einer Sängerin aus seiner Heimatstadt zusammen: LissA, die vor allem im Bereich Electronic Dance Music unterwegs ist. Viele Songs veröffentlicht Mazde auf Stoney Roads Records. Das Label hat sich aus einer Online Community heraus entwickelt und fördert Newcomer.