Marode Schwimmbäder in NRW

Marode Schwimmbäder in NRW

Von Lena Sterz

Viele Schwimmbäder in Nordrhein-Westfalen sind sanierungsbedürftig - auch der Landtag nimmt sich des Themas an: Die Regierung hat einen Bericht zur Lage der Bäderlandschaft in NRW abgegeben.

Sanierungsbedürftiges Schwimmbad

Die Zahlen sind eigentlich eindeutig: Fragt man Schwimmbad-Betreiber nach dem Zustand ihres Bads, bekommt fast jedes dritte Schwimmbad die Note ausreichend oder mangelhaft. Dazu kommen Zahlen, dass die Zahl der Bäder in NRW in den letzten 15 Jahren um mehr als 200 abgenommen hat. Die Landesregierung sagt dazu sinngemäß: Alles halb so schlimm.

Da verschließt jemand die Augen vor der Realität. Die ist, dass es immer schwieriger wird, ein Schwimmbad rentabel zu betreiben, weil eher Fitnesstudio oder Wellness-Tempel im Trend liegen. Und weil viele Bäder in NRW 40 Jahre oder älter sind und der Sanierungsbedarf dadurch immer größer statt kleiner wird.

Aber die 25-Meter-Bahn im alten Dorf-Bad wird trotzdem gebraucht: Damit die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, nicht noch mehr zunimmt. Und damit auch Familien, die sich das teure Spaßbad im übernächsten Ort nicht leisten können, wenigstens mal ein bisschen planschen können.

Um die 25-Meter-Bahnen in den ländlichen Gebieten zu retten, plant die Landesregierung  ein paar Infoveranstaltungen. Hier sollen die Gemeinden lernen, wie sie über welche Fördertöpfe  was fürs Schwimmbad bekommen können. Das reicht nicht. Dazu braucht es die Erkenntnis, dass Schwimmenlernen so wichtig ist wie Verkehrsregeln lernen. Dazu braucht man Geld. Weil viele Kommunen das nicht haben, muss das vom Land kommen, wenn es auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch überall in NRW ein Schwimmbad geben soll.

Redaktion: Patrick Raulf

Marode Schwimmbäder in NRW

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 15.02.2017 | 01:37 Min.

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Redaktion: Patrick Raulf

Stand: 14.02.2017, 18:35