Juncker als "Hampelmann" der Ost-EU

Jean-Claude Juncker und Robetr Fico

Juncker als "Hampelmann" der Ost-EU

EU-Kommissionspräsident Juncker unterstützt östliche EU-Staaten, die sich gegen schlechtere Standards bei Verbrauchsgütern wehren. Die Oststaaten wollten aber nur von ihrer unsolidarischen Flüchtlingspolitik ablenken, so der Kommentar von Ralph Sina.

Sie möchten sich reinwaschen. Und kämpfen für erstklassiges Waschpulver für Osteuropa:
Die Regierungschefs der Slowakei, Polens, Ungarn und Tschechiens.

Nicht die Flüchtlingskrise. Nicht der Brexit. Oder Fragen der Rechtsstaatlichkeit treiben  die Visegrad-Staatschefs nach Brüssel. Sondern die Angst vor einem Grauschleier in ihren Ländern. Weil böse westliche Konzerne angeblich zweitklassiges Waschpulver liefern. Verpackt wie im Westen. Und zuweilen auch noch zum höheren Preis.

"Etikettenschwindel" schimpft der slowakische Regierungschef Robert Fico. Und der um Integration bemühte Jean-Claude Juncker bekundet brav auch er wolle kein Waschmittel-Europa der zwei Sauberkeitsstufen. Persil müsse auch im Osten der EU Persil bleiben.

Der Kommissionspräsident macht sich damit zum Hampelmann einer durchsichtigen Kampagne. Deren Überschrift lautet: "Wir sind die Opfer in der EU. Wir sind die Diskriminierten. Wir sind die Benachteiligten. Und ausgerechnet uns wollt ihr auch noch zu Aufnahmeländern für Flüchtlingen machen".

Der Pseudo-Skandal um zweitklassiges Waschpulver für die Ost-EU ist nichts als eine Ablenkung vom eigentlichen Skandal. Dass nämlich die größten Milliarden-Empfänger der EU deren theoretisches Kernprinzip der Solidarität mit Füßen treten. Den EU- Mehrheitsbeschluss für eine Flüchtlingsverteilung ignorieren. Und sich gleichzeitig zum  Opfer böser westeuropäischer Konzerne stilisieren.

Diese Verlogenheit hätte Juncker klar benennen sollen, statt sich zur Marionette einer heuchlerischen Kampagne zu machen – mit der sich die Verweigerer der Flüchtlingsaufnahme reinwaschen wollen.

Juncker als "Hampelmann" der Ost-EU

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 28.07.2017 | 01:51 Min.

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Redaktion: Willi Schlichting

Stand: 27.07.2017, 18:03