Glyphosat: Einsatz als kleineres Übel

Glyphosat: Einsatz als kleineres Übel

Gefährliches Gift oder eine unerlässliche Hilfe für die Landwirtschaft? Der EU-Ausschuss berät am Mittwoch (25.10.2017) über die Fortsetzung der Zulassung von Glyphosat. Ruth Schulz spricht sich für den Einsatz des Unkrautvernichters aus.

Ein Landwirt versprüht auf einem Feld ein Pestizid

Glyphosat ist zurzeit das kleinere Übel. Man sollte es weiter zulassen - und gleichzeitig weiter erforschen. Was wären die Alternativen? Die EU setzt auf Bio-Landwirtschaft. Das wäre wunderbar. Aber die Verhältnisse sind nicht so.

Andere Pestizide? Kaum ein Stoff ist so gut erforscht wie Glyphosat. Wie andere Gifte im Boden zusammenwirken weiß man noch viel weniger. Im Garten hilft jäten und hacken. Und hier reicht es auch. Glyphosat ist dort verboten und schon aus den meisten Garten- und Baumärkten verschwunden.

Glyphosat ist zum Politikum geworden. Es steht für industrielle Landwirtschaft und grüne Gentechnik. Man kann es auf resistente Gentech-Pflanzen spritzen, die als billiges Futtermittel für billiges Fleisch nach Europa kommen. Nachhaltig ist das nicht. Ein EU-Verbot für Glyphosat würde nichts daran ändern.

Und Glyphosat steht für einen Expertenstreit. Wer liest welche Studien und wie ordnet man sie ein? Die Gesetze schreiben vor, dass Hersteller ihr Produkt erforschen und den Zulassungsbehörden diese Studien vorlegen. Zusätzlich wurden auch unabhängige Untersuchungen ausgewertet. Genau so hat es das deutsche Bundesamt in seiner Bewertung gemacht. Alle Studien sind angegeben. Die Ernährungs- und die Chemieagentur der EU haben sich seiner Einschätzung angeschlossen.

Ja, man könnte diesen Entscheidungsprozess ändern. Aber wäre das sinnvoll? Er hat sich oft bewährt. Will man das nicht und ist auch keine überzeugende Alternative in Sicht - muss man das kleinere Übel leider in Kauf nehmen - wie so manches andere Risiko.

Glyphosat: Einsatz als kleineres Übel

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 25.10.2017 | 02:00 Min.

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Redaktion: Brigitte Simnacher

Stand: 24.10.2017, 18:08