Fall Wendt: Wahlkampf statt Aufklärung

Rainer Wendt / Landtag NRW

Fall Wendt: Wahlkampf statt Aufklärung

Jeder zeigt mit dem Finger auf jeden - keiner will es gewusst haben, geschweige denn verantwortlich sein. Die Aufklärung im Fall Wendt tritt hinter Wahlkampftaktik zurück, meint Bettina Altenkamp in ihrem Kommentar.

Jeder zeigt mit dem Finger auf jeden - keiner wills gewusst haben, geschweige denn verantwortlich gewesen sein. Ist auch wirklich kein Ruhmesblatt. Dass da ein oberster Gewerkschaftschef jahrelang vom Land, vom Steuerzahler bezahlt wurde - aber nicht dafür gearbeitet hat. Dass er zudem auch noch üppige Nebenverdienste ohne Genehmigung bekam - setzt dem ganzen dann noch die Krone auf.

Das aktuelle politische schwarze Peter Spiel im Fall des Gewerkschafters Wendt - ist vermutlich auch der nahenden Landtagswahl geschuldet. Denn klar ist, der Fall Wendt könnte einigen Wahlkämpfern noch auf die Füße fallen. Der amtierende SPD Innenminister - Ralf Jäger - hat nun mehrfach erklärt, er habe keine entsprechenden Vereinbarungen mit Wendt getroffen. Das gleiche sagt auch sein FDP-Amtsvorgänger Ingo Wolf. Der sich gestern dazu aber nicht in der Landtagsdebatte geäußert hat - dass er diese Möglichkeit einiges aufzuklären oder zumindest klarzustellen nicht genutzt hat -  ist freundlich formuliert: sehr schade. Denn nach dem, was bislang öffentlich bekannt ist, nahm unter der damaligen schwarz-gelben Landesregierung die Sache mit dem Teilzeit-Beamtengehalt für den Vollzeitgewerkschafter erst richtig Fahrt auf.

Mindestens genauso "schade" ist aber, dass Innenminister Ralf Jäger auf eine wichtige Frage der CDU gestern nicht geantwortet hat. Nämlich warum offenbar dem damaligen Vorgesetzen von Wendt - 2012 - auf Nachfrage aus dem Innenministerium erklärt wurde, es könne alles weiterlaufen. Ob die behördeninternen Ermittlungen irgendwann tatsächlich klären können, wer wann was gewusst und im Fall Wendt entschieden hat - ich habe da so meine Zweifel. Ohne Zweifel wird aber das politische Schwarze Peter Spiel weitergehen - mindestens bis zum 14. Mai.

Fall Wendt: Wahlkampf statt Aufklärung

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 17.03.2017 | 02:01 Min.

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Redaktion: Lars Krupp

Stand: 16.03.2017, 16:48