Yann Arthus-Bertrand: Naturfotograf und Umweltaktivist

Yann Arthus-Bertrand: Naturfotograf und Umweltaktivist

Seine spektakulären Werke heißen "Die Erde von oben" oder "Home". In ihnen hat Yann Arthus-Bertrand die Schönheit und Fragilität unseres Planeten aus der Luft festgehalten. Der Franzose vereint Dokumentation, Kunst und Umweltaktivismus. Seine Stiftung GoodPlanet hat gerade in Paris eröffnet.

Yann Arthus-Bertrand

Seit dem 13. Mai 2017 stehen der Öffentlichkeit die Tore der von Yann Arthus-Bertrand ins Leben gerufenen GoodPlanet Stiftung offen.

Seit dem 13. Mai 2017 stehen der Öffentlichkeit die Tore der von Yann Arthus-Bertrand ins Leben gerufenen GoodPlanet Stiftung offen.

Die Stiftung liegt im Park Bois de Boulogne. Yann Arthus-Bertrand, der in Frankreich schlicht als YAB bekannt ist, versteht sie als ein Ort, der sich der "Ökologie und dem Humanismus" widmet. Arthus-Bertrand möchte damit Menschen zum aktiven Handeln animieren - mit Blick auf den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Yann Arthus-Bertrand, geboren 1946 in Paris, stammt aus einer Juwelierdynastie. Der studierte Biologe kam über seine Tierbeobachtungen in Afrika zur Naturfotografie.

Er hielt zahlreiche Tierarten in Bildern fest, hier ein akfrikanischer Kaffernbüffel. Mitte der 1970er Jahre dokumentierte er das Leben einer Löwenfamilie - aus einem Heißluftballon. Die Idee, die Erde und das Leben auf ihr von oben festzuhalten, war geboren.

Der Luftbildfotografie widmete er sich seit 1992 systematisch. Sie mündete in den Bildband "Die Erde von oben". Das Buch machte Arthus-Bertrand berühmt. Das Bild zeigt das sogenannte Herz von Voh in einem Mangrovengebiet in Neukaledonien, rund 1.200 Kilometer östlich von Australien im Pazifik.

"Die Erde von oben" versammelt Aufnahmen aus 150 Ländern, fotografiert aus bis zu 3.000 Metern Höhe. Das Buch wurde zu einem Bestseller: 3,5 Millionen verkaufte Exemplare in 24 Sprachen. 2004 lief der gleichnamige Film. Hier zu sehen: eine Kamel-Karawane in einer afrikanischen Wüste.

Tiere hatte YAB schon früher in Szene gesetzt. Kühe, Hunde, Pferde, Katzen und andere, oft in Europa beheimatete Tiere und deren Besitzer porträtierte er mit liebevollem Augenzwinkern.

Zu der Serie gehört auch dieses Lincolnschaf.

2012 hat Yann Arthus-Bertrand sich in seinem Dokumentarfilm "Planet Ocean" den Gewässern der Welt gewidmet, ihrem Zustand und ihrer Bedeutung. Mit "Home" produzierte er die erste komplett aus der Luft gedrehte Dokumentation in Spielfilmlänge. Danach gefragt, was unseren Planeten und den Menschen bedrohe, antwortete der Umweltaktivist einmal: der Mensch selbst.

Als sein größtes Unternehmen gilt "7 Millarden Andere": 6.000 Menschen - von der chinesischen Ladenbesitzerin bis zum afghanischen Bauern - in 84 Ländern beantworten vor der Kamera 40 grundlegende Fragen, etwa "Was bedeutet Liebe für Sie?", "Was wollen Sie an Ihre Kinder weitergeben?". Die Berichte wurden bei Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt - und sind im Netz zu sehen. Auch dort ist der inzwischen 71-Jährige Arthus-Bertrand längst angekommen.

Stand: 23.05.2017, 15:00 Uhr