Unsere Sinne - unsere Welt: Die Nase: Können Sie Ihre Stadt er-riechen?

Eine Frau riecht an einer gelben Blume

Unsere Sinne - unsere Welt: Die Nase: Können Sie Ihre Stadt er-riechen?

Wir sprechen heute in Leonardo mit jemandem, der seine Nase zum Beruf gemacht hat. Geza Schön ist einer der wenigen Parfümeure in Deutschland, er lebt in Berlin und hat schon diverse Parfüms hergestellt.

Seine Nase ist also sehr sensibel und er kann feine Duftnuancen unterscheiden, und er behauptet, er kann eine Stadt riechen? Können Sie das auch?

Wie das in Geza Schöns Leben außerhalb der Parfumflakons aussieht, hat WDR 5 Leonardo-Reporterin Patrizia Grohm herausgefunden. Sie hat den Parfümeur in Berlin besucht und ist mit ihm durch das Viertel Neu-Köln spaziert. Mit ihm hat sie die Frage beantwortet: Wie riecht die Stadt Berlin?

Vielen Dank für Ihre Beteiligung!

Schreiben Sie uns gerne über:

Studiogast: Geza Schön, Parfümeur

Geza Schön wurde berühmt durch seinen Duft: Molecules 01. Er ist der einzige ausgebildete Parfümeur und Duftdesigner der Hauptstadt und einer der wenigen weltweit, die freiberuflich arbeiten. In Deutschland gibt es nur rund 40 Parfümeure, weltweit sind es 500. Schon als Kind sammelte Geza Schön Duftproben, mit 13 Jahren konnte er hundert voneinander unterscheiden. Ihm gelang es schließlich einen der raren Ausbildungsplätze zum Parfümeur zu ergattern. "Astronaut zu werden ist leichter", sagt er.

Kein anderes Sinnesorgan vermittelt uns so nuancierte Empfindungen wie die Nase, die ist gewissermaßen unser feinster Sensor. Zwar schenken wir dem Riechen, im Vergleich zum Sehen, Hören, Tasten oft keine bewusste Beachtung. Doch unser Geruchssinn ist ständig aktiv: Im Durschnitt nehmen wir Minute für Minute zwölf bis 15-mal Duftproben zu uns - jedes Mal, wenn wir einatmen und dabei Luft an unserer Riechschleimhaut vorbeiströmt. Darin eingebettet sind rund 30 Millionen Riechzellen, die Tag und Nacht verschiedenste Geruchsstoffe detektieren.

Nase vor blauem Himmel.

Während sich etwa im Auge nur drei Arten von Rezeptoren zur Unterscheidung von Farben befinden, sind in der Riechschleimhaut 350 Typen von Rezeptoren, die jeweils unterschiedliche Duftmoleküle registrieren können. Aus der Kombination der verschiedenen Signale entsteht im Gehirn eine riesige Palette olfaktorischer Eindrücke. Da die Riechzellen direkt mit jenen Neuronen verbunden sind, die das Gedächtnis steuern, sind Gerüche oft mit Erinnerungen an besondere Situationen verbunden.

Redaktion: Heiko Hillebrand

Stand: 29.04.2016, 13:01

Kommentare zum Thema

Noch keine Kommentare