"KAZA": Afrikas größtes Schutzgebiet

"KAZA": Afrikas größtes Schutzgebiet

Von Alexandra Hostert

Im "KAZA“ Schutzgebiet sollen Tiere wieder ungestört durch die Savannen ziehen - auch über Grenzen hinweg. Fünf afrikanische Staaten bauen dafür Grenzzäune ab. Deutschland unterstützt das Projekt mit 35 Millionen Euro.

Baobab im Kaza Schutzgebiet

Weite Savannen und Tiere, die auf uralten Routen auch über Landesgrenzen hinweg wandern: Das soll es im südlichen Afrika in Zukunft wieder häufiger geben. Namibia, Angola, Sambia, Simbabwe und Botswana verbinden ihre nationale Schutzgebieten. So entsteht "KAZA"- das größte Schutzgebiet Afrikas.

Weite Savannen und Tiere, die auf uralten Routen auch über Landesgrenzen hinweg wandern: Das soll es im südlichen Afrika in Zukunft wieder häufiger geben. Namibia, Angola, Sambia, Simbabwe und Botswana verbinden ihre nationale Schutzgebieten. So entsteht "KAZA"- das größte Schutzgebiet Afrikas.

Zebras und viele andere Tierarten wandern durch das Schutzgebiet. Trotzdem ist noch viel zu tun. Deutschland unterstützt "KAZA" mit über 35 Millionen Euro und ist damit der größte Geldgeber des Projekts, das auch Umweltschutzorganisationen wie der WWF fördern. Offiziell eingeweiht wurde das internationale Schutzgebiet im Jahr 2012.

Zwei Flüsse haben "KAZA" seinen Namen gegeben: "KA" steht für Kavango, "ZA" für "Zambesi", die englische Schreibweise des Flusses Sambesi. Die Fläche des "KAZA"-Gebietes rund um die Flüsse ist mit mehr als 400.000 Quadratkilometern größer als die Fläche Deutschlands.

500 Kilometer? Kein Problem! Zebras gehen im "KAZA"-Gebiet von Namibia nach Botswana auf die weiteste Wanderung in Afrika - allerdings nur, wenn kein Zaun sie davon abhält.

Zäune umgeben Schutzgebiete und markieren Grenzen. Für Tiere bedeutet das: Ende der Wanderung. Es geht nicht weiter. Doch jetzt verschwinden viele alte Zäune und bestehende Schutzgebiete werden mit breiten Wald-Korridoren verbunden.

Elefanten leben überall im "KAZA"- Gebiet, allerdings ungleichmäßig verteilt. In Botswana gibt es etwa 140.000 Tiere - so viele, dass sie in manchen Gegenden Probleme bereiten und die Landschaft kahl fressen. In Angola finden sich dagegen nur rund 1.000 Exemplare. Dort herrschte lange Bürgerkrieg und Wilderer töteten unzählige Tiere, weil niemand sie schützte. Durch die neuen Korridore sollen sich die Elefanten auf Lebensräume in allen Ländern verteilen.

Viele Menschen in den "KAZA"-Ländern leben so: sehr einfach und oft in Armut. Doch Wildtiere und unberührte Natur können Wohlstand bringen. Auch diese Idee verfolgt "KAZA": Der Park soll Touristen anlocken, für Jobs und Einkünfte sorgen.

Die Vertreter der "Mayuni Conservancy" erzählen Leonardo-Reporterin Alexandra Hostert, wie sie ihre Wildtiere schützen, aber auch Geld mit ihnen verdienen. In Namibia haben sich an vielen Orten Dorfbewohner zu solchen "Conservancies" oder "Gemeindeschutzgebieten" zusammengeschlossen.

Jennifer Tutalife verwaltet die Finanzen in der "Mayuni Conservancy". Sie sagt: Eine wichtige Einnahmequelle ist die legale Jagd. Dabei bezahlen Trophäenjäger viel Geld, um zum Beispiel einen Elefanten zu schießen. Nur wenige Tiere werden zum Abschuss freigegeben. Weil die Tiere dadurch sehr wertvoll sind, schützt nun die ganze Gemeinde ihre Elefanten vor illegalen Wilderern.

Jetzt trägt der junge Mann die Kleidung eines Heilers, aber eben hat er noch seine Turnschuhe ausgezogen. Viele Gemeindeschutzgebiete betreiben auch "traditionelle Dörfer". Hier wohnt niemand, aber rund um die Hütten zeigen junge Leute Touristen traditionelles Handwerk oder Tänze. Dabei ist für manche der jungen Dorfbewohner dieses Leben längst Vergangenheit.

Faszinierende Raubkatzen, schmusende Tierbabys: Die Schönheit der afrikanischen Savannen zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Allerdings besuchen die meisten nur die berühmten Nationalparks in Namibia und Botswana. Da können kleine Gemeindeschutzgebiete kaum mithalten. Die Marke "KAZA" soll die ganze Region bekannter machen und mehr Besucher in unbekannte Gebiete locken.

Maul auf! Nilpferde sind bei den Bootsfahrten der Touristen ein beliebtes Foto-Motiv. Dass sie auch gefährlich sein können, hat sich inzwischen herumgesprochen. Für die Bauern ist allerdings vor allem der Hunger der Tiere ein Problem: Nilpferde fressen die Felder kahl.

Laut auf alte Fässer schlagen: Das soll Nilpferde und Elefanten von den Feldern vertreiben. Die Tiere fressen die Ernte oder zertrampeln die Äcker. Leben zu viele Wildtiere zu nah an Dörfern, sind Konflikte vorprogrammiert. Deshalb ist es gut, wenn Korridore ohne Siedlungen und Äcker ungestörtes Wandern ermöglichen.  

Ein Heft, das Streit vermeiden soll: Ranger schreiben auf, wo Tiere die Ernte zerstört haben. Die Bauern bekommen dann eine Ausgleichszahlung. So können Bauern und Wildtiere besser zusammenleben.

Ranger wie Frank Munembo zählen auch, wie viele Wildtiere es rund um ihre Gemeinde gibt. Dazu patroullieren sie regelmäßig auf festgelegten Routen. Die Daten, die Frank sammelt, gehen an das Umweltministerium von Namibia. Frank freut sich, dass er diesen Job hat und macht ihn gerne. Aber er ist auch sehr froh, dass eine seiner Töchter als Krankenschwester arbeitet, denn reich wird er als Ranger nicht.

Schäumende Gischt, traumhafte Regenbögen: Auch die Victoriafälle am Fluss Sambesi liegen im "KAZA"-Park. Ein Hubschrauberflug über die Fälle zählt für Afrikaurlauber zu den Höhepunkten ihrer Reise.

Stand: 13.01.2015, 16:05 Uhr