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Ärmer geht's nicht. Reicher kaum. Wie scharf ist die Armutsschere wirklich?

Geöffnete Schere mit der Aufschrift Arm und Reich

Ärmer geht's nicht. Reicher kaum. Wie scharf ist die Armutsschere wirklich?

Von Antje Passenheim

Gar nichts gegen immer mehr: Nie war die Armut in Deutschland so groß. Nie die regionale Zerrissenheit so tief. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, so die Alarmmeldungen. Was ist da dran? Und kann man das wirklich so pauschal sagen?

Während die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung über zwei Drittel des Vermögens verfügen, gilt mancherorts jedes vierte Kind als arm. Eine Hartz 4-Bezieherin weiß nicht, wie sie die Schuhe für ihr Kind bezahlen soll. Ein Rapper kreuzt in seinem dicken Schlitten und meint: Mit Disziplin kannst Du hier alles werden. Beide wohnen in Essen. Auf zwei Seiten der A40. Essen ist eine gespaltene Stadt. Armer Norden, reicher Süden. Das gilt für viele deutsche Großstädte. Immer schwerer wird es, die unsichtbare Mauer zu durchbrechen. Der Tellerwäscher-Traum ist ausgeträumt, sagen die einen. Andere warnen: Armutspolemik führt in die Irre und ist gefährlich.
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Wie scharf ist die Armutsschere wirklich?

WDR 5 Dok 5 - Das Feature | 15.01.2017 | 52:59 Min.

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Ausstrahlung am 15. Januar 2017, Wiederholung am 16. Januar 2016
Von: Antje Passenheim
Redaktion: Frank Christian Starke
Produktion: WDR 2017

Wie scharf ist die Armutsschere wirklich?

Geplatzte Träume: 40 Prozent der Deutschen haben kein Vermögen, um schlechte Zeiten auszubügeln. Nach durchgesickerten Zahlen aus dem im Januar 2017 noch nicht veröffentlichten Armuts- und Reichtums-Bericht der Bundesregierung waren im Vorjahr über zwei Millionen Haushalte überschuldet.

Raum im Lernhaus Altenessen. Tisch mit Kindern, die lernen und helfenden Pädagogen.

Der Armut durch Bildung entkommen: Im Lernhaus des Essener Kinderschutzbunds in Altenessen lernen Kinder zu lernen.

Der Armut durch Bildung entkommen: Im Lernhaus des Essener Kinderschutzbunds in Altenessen lernen Kinder zu lernen.

Rapper PA Sports: Einmal im dicken Schlitten über die Ruettenscheider Straße cruisen.

Sale auch auf dem letzten Weg: Discounter aller Art blühen im  Essener Norden.

Damals hieß es noch: Arbeiterklasse gegen Industriemagnaten. Kunsthistorikerin und Taxiunternehmerin Heike Derichs-Weiss im Banquette-Saal Margarethe Krupp in Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe. Das Herz der Industrialisierung des Ruhrgebiets produziert heute allenfalls Kultur-Tourismus. Für die Arbeiterklasse gibt es nichts zu tun.

Kameras, Mauern, verspiegelte Scheiben. Wer sein Anwesen im Bredeneyer Bruckner Holt-Viertel hat, der hat es geschafft. Der Essener Süden ist nach wie vor Anziehungspunkt für Reiche und Schöne. Der Essener Norden ist fern.

Stand: 30.11.2016, 11:00