Bürger zweiter Klasse. Eine neu-deutsche Familie

Polizisten begleiten abgelehnte Asylbewerber am 24.11.2015 auf dem Flughafen Leipzig-Halle im sächsischen Schkeuditz

Bürger zweiter Klasse. Eine neu-deutsche Familie

Von Heike Tauch

Murat, geboren in Oslo als Kind kosovarischer Eltern, wächst in Berlin auf. 18 Jahre lang wird seine Familie "geduldet". Arbeiten darf sie nicht. Perspektivlos und traumatisiert von häuslicher Gewalt, schließt Murat  sich Straßengangs an. Nach mehreren Gefängnisaufenthalten schieben ihn die Behörden in den Kosovo ab. Eine Lösung für wen?

Schlichtes Neubaugebiet in Priština im Kosovo

Die Abschiebung bedeutet für den 27-Jährigen zwar sofortige Freiheit, aber auch ein lebenslanges Einreiseverbot für Deutschland und den Schengenraum. Ab sofort muss Murat sein Leben allein meistern in einem ihm unbekannten Land, dessen Sprache er kaum spricht. Murat kam als 2-Jähriger nach Deutschland. Die Ehe der Eltern scheiterte, mehrmals stand die Familie unmittelbar vor der Abschiebung. Erst nach 18 Jahren Duldung erhält die Mutter eine unbefristete Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis – da war Murat bereits erwachsen. In den 18 Jahren der Unsicherheit, Angst und Panik konnte ihm die Mutter keinen Halt geben. Er geriet auf die schiefe Bahn. Wie viele Migrantenkinder wollte Murat nur eines: als Deutscher in Deutschland leben.

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Bürger zweiter Klasse. Eine neu-deutsche Familie

WDR 5 Dok 5 - Das Feature | 18.06.2017 | 49:42 Min.

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Ausstrahlung am 18. Juni 2017, Wiederholung am 19. Juni 2017
Von Heike Tauch
Redaktion: Thomas Nachtigall
Produktion: DLF 2016

Stand: 08.06.2017, 16:21