"Schwimmerbecken" von Ulrike Anna Bleier

Buchcover: "Schwimmerbecken" von Ulrike Anna Bleier

"Schwimmerbecken" von Ulrike Anna Bleier

Ludwig und Luise sind Zwillinge und sich so nahe, als wären sie durch eine unsichtbare Nabelschnur miteinander verbunden. Doch nun sind sie erwachsen und haben sich seit fünf Jahren nicht gesehen.

In dem kleinen Dorf Kollbach in Unterbayern ist das Außergewöhnliche das Alltägliche. Als Luises Zwillingsbruder nach fünfjähriger Abwesenheit ohne Erklärung zurückkommt und Kauderwelsch spricht, sitzen die Eltern mit ihm um die Kaffeetafel, als wäre nichts geschehen. Nur Luise ist aufgewühlt und versucht zusammen mit der Nachbarstochter zu ihm durchzudringen. Und dann ist da noch der dritte Zwilling, der versucht ins Leben hinaus zu schwimmen.

Mit „Schwimmerbecken“ hat Ulrike Anna Bleier das Psychogramm eines Dorfes geschrieben, das seinen Namen dem Fluss verdankt, der um es herumwandert. Wie die Schlingen dieser Kollbach umkreist auch Bleiers Prosa ihr Thema und zieht die Leser dabei hypnotisch immer tiefer in die Geschichte der beiden Geschwister und ihres unsichtbaren dritten Ichs hinein.

Eine Rezension von Mithu Sanyal

Literaturangaben:
Ulrike Anna Bleier: Schwimmerbecken
Edition Lichtung, 160 Seiten, 16.90 Euro

Stand: 06.01.2017, 16:55