Stefan Hertmans über "Die Fremde"

Der Autor Stefan Hertmans

Stefan Hertmans über "Die Fremde"

Eine junge Christin aus Rouen flieht 1091 mit ihrem jüdischen Liebsten in den Süden. In einem Pogrom werden ihr Mann getötet und die Kinder verschleppt, und für die Fremde beginnt eine neue Flucht. – Erschreckend aktuelle Fluchtgeschichte zur Zeit der ersten Kreuzzüge.

Ungemein fesselnd wird das Schicksal der jungen Frau im 11. Jahrhundert erzählt, die aus Liebe zu einem Andersgläubigen ihr Leben riskiert. Vom französischen Bergdorf Monieux aus, der zweiten Heimat des Autors, geht Stefan Hertmans in seinem zweiten Roman auf Spurensuche und rekonstruiert die berührende Geschichte einer Flucht und der religiösen Verfolgung durch die Christen in ihrem ‚heiligen Krieg‘. Die grausamen Folgen des Kreuzzugs führen die Frau auf der Suche nach ihren Kindern bis nach Kairo, dorthin, wo in der ältesten Synagoge ein Dokument gefunden wurde, das ihre Existenz belegt. Im Wechsel zwischen erzählender Fiktion und erhellender Recherche eröffnet der Roman den Blick in einen historischen Raum, in dem bedeutende religiöse Konflikte ihren Ursprung nahmen.

Stefan Hertmans über "Die Fremde"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch | 22.04.2017 | 11:52 Min.

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Literaturangaben:
Stefan Hertmans: Die Fremde
Übersetzung von Ira Wilhelm
Hanser Berlin, 303 Seiten, 23 Euro

Stand: 20.04.2017, 14:59