Alina Herbing über "Niemand ist bei den Kälbern"

Die Autorin Alina Herbig im Gespräch

Alina Herbing über "Niemand ist bei den Kälbern"

"Niemand ist bei den Kälbern" ist der Debütroman von Alina Herbing, der die Tristesse des Landlebens in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern beschreibt - aus der Sicht einer jungen Erwachsenen.

Der Roman beginnt in einem heißen Sommer. Christin ist Mitte 20 und sitzt hinter ihrem Freund Jan auf dem Mähdrescher, der gerade – ganz unromantisch - ein Rehkitz zerhäckselt. Der Traktor ist so laut, dass die beiden sich nicht unterhalten können. Christin träumt von einem Bürojob, Strandurlaub und der gezähmten Natur in Form von Schnittblumen in einer Blumenvase. Die Realität ist das genaue Gegenteil davon: Tristesse, Einsamkeit und Alkohol sind die Charakteristika des Landlebens, das nur Frust verursacht.

Die wirtschaftliche Realität sieht noch düsterer aus. Der Hof, auf dem Christin mit Jan bei dessen Vater wohnt, ist überschuldet und hat keine wirtschaftliche Perspektive. "Niemand ist bei den Kälbern" ist eine schonungslose Abrechnung mit der Anti-Idylle des Landlebens und ein starkes Debüt.

Eine Rezension von Barbara Geschwinde

Alina Herbing über "Niemand ist bei den Kälbern"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch | 22.07.2017 | 10:21 Min.

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Literaturangaben:
Alina Herbing: Niemand ist bei den Kälbern
Arche Verlag, 256 Seiten, 20 Euro

Stand: 20.07.2017, 14:51