Lana Lux über "Kukolka"

Lana Lux über "Kukolka"

Lana Lux über "Kukolka"

Das Mädchen Samira muss sehr schnell erwachsen werden: Mit sieben wird sie zum Klauen geschickt, mit dreizehn zum Anschaffen. Die Autorin Lana Lux hat einen harten Debütroman geschrieben.

Anfang der Neunziger im ukrainischen Dnepropetrowsk: Lana Lux’ Debütroman "Kukolka" – russisch für Püppchen – beginnt damit, dass die siebenjährige Waise Samira aus dem Kinderheim abhaut. Sie will nach Deutschland. Denn dorthin ist die einzige Freundin adoptiert worden, die das "Zigeunerin" genannte Mädchen je hatte.

Was folgt, ist jedoch lange keine Reise nach Deutschland, sondern eine durch die Eingeweide von Bettelmafia, Menschenhandel und Zwangsprostitution. Das naive, aber äußerst unbeirrbare Mädchen gerät erst an Rockys Bettelbande und wird dann dem smarten Zuhälter Dima hörig, der sie kleinhält und, als sie nicht mehr funktioniert, in Deutschland an eine Callgirl-Agentur verkauft.

Ein Buch für schwache Nerven ist das nicht. Die 1986 in der Ukraine geborene Schauspielerin und Autorin Lux beschreibt gnadenlos direkt die sexuelle Gewalt und die Prügel, die "Kukolkas" Leben bestimmen. Sie verwendet dabei die einfache, alles hinnehmende Sprache eines Kindes. Und erzielt damit große Wirkung.

Eine Rezension von Fabian May

Lana Lux über "Kukolka"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch | 09.09.2017 | 11:13 Min.

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Literaturangaben:
Lana Lux: Kukolka
Aufbau Verlag, 375 Seiten, 22 Euro

Stand: 07.09.2017, 13:21