Adrian Kasnitz über "Bessermann"

Der Autor Adrian Kasnitz im Gespräch

Adrian Kasnitz über "Bessermann"

Bessermann beobachtet die Welt nur noch durch das Fensterglas seiner Wohnung. Der ehemalige Kriegsfotograf ist traumatisiert. Um ihn herum findet das Leben statt in all seinen schillernden Facetten.

Tunesien, Irak, Afghanistan. Der Fotojournalist Bessermann hat die großen Krisengebiete dieser Welt besucht. Ist ein gefragter Augenzeuge. Doch Bessermann will nicht mehr reisen. Er hat sich in seine Wohnung zurückgezogen und beobachtet die Welt nur noch von seinem Fenster aus.

Die Kreuzung, auf die er blickt, führt in diesem Episodenroman ganz unterschiedliche Schicksale zusammen. Dort berühren sich die Leben von Großstädtern, ohne dass diese überhaupt etwas davon bemerken.

Als Bessermann seinen Fensterplatz einmal verlässt und über Facebook die Studentin Agnieszka kennenlernt, spürt er, dass es an der Zeit ist, sein Zimmer zu verlassen.

In kurzen bis kürzesten Kapiteln wirft Adrian Kasnitz den Leser mitten hinein in die chaotische Lebenswelt seiner Figuren. Der Roman endet ebenso im Ungenauen, wie er beginnt. Und er wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten gibt.

Ein aufregendes und schnelles Buch, das um einen verwirrten Helden kreist und dabei auch ein Spiegel modernen Großstadtlebens ist.

Eine Rezension von Christoph Ohrem

Adrian Kasnitz über "Bessermann"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch | 17.06.2017 | 11:33 Min.

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Literaturangaben:
Adrian Kasnitz: Bessermann
Launenweber, 164 Seiten, 20 Euro