Hübsch verpackt - Ravioli im Test

Selbstgemachte Ravioli: Teils noch offene, teils zusammengefaltete, noch rohe Ravioli.

Hübsch verpackt - Ravioli im Test

Ravioli – kaum ein Begriff steht so sehr für die nach Deutschland importierte italienische Küche wie diese kleinen gefüllten Teigtaschen. Und beliebter noch als Maultaschen, Wan Tan oder die türkischen Manti.

So beliebt Ravioli allgemein sind, leider bekommt man sie höchst selten in italienischen Lokalen noch zu Hause wirklich frisch zubereitet. Auch in der Not bleibt manchmal nur die Dose und tatsächlich gibt es wohl niemanden, der die einschlägigen Produkte der Lebensmittelkonzerne noch nicht gegessen hat. Natürlich gibt es bei den Dosen verschiedene Hersteller mit unterschiedlichen Rezepturen, also mal wieder ein Fall für Alles in Butter-Cheftesterin Sigrid Müller mit ihrem Blindverkostungsteam. Die Ergebnisse stellt sie wie immer im Studio vor.

Helmut Gote hat darüber hinaus Ravioli aus der Tüte mitgebracht, um herauszufinden, ob diese mit einer guten Fertigsauce aus dem Glas nicht doch besser schmecken können. Und außerdem stellt er zwei Ravioli-Varianten zum Selbermachen vor, die gar nicht so schwierig n sind. Tipps zum aktuellen Herbstgetränk "Federweißer" runden die heutige Folge ab.


Hübsch verpackt - Ravioli im Test

WDR 5 Alles in Butter | 07.10.2017 | 44:22 Min.

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Oft besser als ihr Ruf: Dosenravioli im Test

"Bella Italia", das war das Urlaubsmotto der Deutschen Ende der fünfziger Jahre. Zu Tausenden reisten sie über die Alpen, um es sich an den Stränden gut gehen zu lassen. Der Massentourismus war geboren und mit ihm die Entdeckung von Pizza und Pasta. Und weil man auch zu Hause auf die italienische Küche nicht verzichten wollte, gab es dann gefüllte Nudeln aus der Dose. 1958 waren die "Ravioli in Tomatensoße" das erste Nudelfertiggericht nach italienischem Rezept in Deutschland. Erfunden von der Firma Maggi. Auch heute noch ist das Unternehmen Marktführer mit über 20 Millionen verkauften Raviolidosen im Jahr. Doch es gibt inzwischen auch viel Konkurrenz. Wir wollten wissen, wie schmecken diese Dosennudeln?     

Der Test  

Alle drei Tester in unserer Kostprobe hatten schon mal eine Raviolidose aufgemacht, allerdings war das bei allen etliche Jahre her. Erinnerungen an WG- Zeiten und Campingurlaub wurden wach. Probiert haben ein Lebensmittelexperte aus Köln, die Leiterin der Genussschule in Alfter bei Bonn und eine Vertreterin des Gourmetvereins Slow-food. Acht Ravioli-Fertiggerichte aus Supermärkten und von Discountern standen für die Kostprobe bereit.

Geschmack oft besser als erwartet

Zu Beginn der Probierrunde waren die drei Tester noch recht skeptisch. Dann schmeckten aber einige Ravioli doch besser als erwartet. Von den acht Dosen im Test bekamen immerhin fünf Fertignudelgerichte die Note befriedigend. Einmal gab es ein Ausreichend. Der Klassiker von Maggi wurde von den Testern tatsächlich rausgeschmeckt und kam auf Platz zwei in der Kostprobe. Eine Raviolisorte schmeckte allerdings der gesamten Runde noch besser, das waren die "Ravioli pikante" von Ja! (Billigmarke von Rewe). Diese Fertignudeln waren nach Meinung der Tester zwar ziemlich scharf, insgesamt fanden sie aber die Gemüsefüllung der Nudeln und die Tomatensoße mit der Fleischeinlage recht ansprechend.   

Testverlierer gar nicht lecker 

Zwei Ausreißer in der Kostprobe bekamen ein sattes Mangelhaft. Das waren die "Gut und Günstig" Ravioli von Edeka und die Ravioli von Real. Hier monierten die Tester den pappigen Nudelteig, den faden und zu salzigen Geschmack und die fettige Soße.

Oft zu viel Salz.

In den Rezepturen von etlichen Ravioliprodukten steckte viel zu viel Salz. Bis zu sechs Gramm pro Portion, das ist allein schon die Menge, die man über den ganzenTag verteilt höchstens essen sollte. Zu viel Salz ist ungesund, weil es zu einem erhöhten Blutdruck führen kann. In einigen Ravioli steckten auch Aromastoffe und Hefeextrakte, um den Geschmack aufzupeppen. Auch an Zucker wurde oft nicht gespart.   





Ravioli-Rezepte –
von Helmut Gote

Zutaten jeweils für 4 Personen



Ricotta-Ravioli mit Salbeibutter

Zutaten:

Für den Nudelteig


  • 300 Gramm Mehl
  • 3 Eier, 1 Eigelb
  • ½ Teelöffel Salz

Für die Füllung


  • 250g Ricotta
  • 1 Ei
  • Geriebene Schale von einer Bio-Zitrone
  • 2 Esslöffel geriebener Parmesan
  • Pfeffer, Salz, Muskatnuss

Außerdem:


  • 20 Blätter frischer Salbei
  • 100g Butter

Zubereitung:

Für den Nudelteig die Eier, das Mehl und das Salz zu einem elastischen, aber relativ festen Teig verarbeiten. Das geht am besten, in dem Knethaken einer Küchenmaschine, auf niedriger Stufe, etwa 5 Minuten lang. Wenn sich ein weitgehend glatter Teig gebildet hat, den Teig aus der Schüssel nehmen, und noch einmal rund 5 Minuten mit den Händen weiter kneten, bis er ganz glatt ist. Zu einer Kugel formen, mit Klarsichtfolie einwickeln, und bei Zimmertemperatur 1 Stunde ruhen lassen.
Währenddessen alle Zutaten für die Füllung gründlich vermischen und mit Salz, Pfeffer und einer ordentlichen Prise Muskat abschmecken.
Den Nudelteig in 4 Stücke teilen und gleichmäßig zu großen rechteckigen Platten (wie für Lasagne) ausrollen, am besten mit der Nudelmaschine - vor jedem Gang durch die Maschine die Platten neu mit Mehl bestäuben, damit sie nicht kleben. Sie sollten zum Schluss ungefähr gleichgroß sein und so geformt, dass Sie aus jeweils zwei davon 8 runde Ravioli von rund 5 cm Durchmesser ausstechen können. Legen Sie zwei Teigplatten auf ein mit Mehl bestreutes Arbeitsfeld und setzen Sie mit entsprechendem Abstand etwa Tischtennisball große Portionen vom Ricotta auf die Teigplatten, die Sie locker mit den anderen beiden Teigplatten abdecken. Dann drücken Sie die oberen Teigplatten rund um die Füllungen fest mit den Fingern an, aber so, dass dabei möglichst viel Luft entweicht, und nun können Sie die Ravioli mit einer runden Ausstecher, einem Teigroller oder einem umgestülpten Glas ausstechen. In kochendem Salzwasser brauchen Sie drei bis vier Minuten bis sie gar sind.

Die Butter in einer Pfanne mit hohem Rand zerlaufen lassen, die grob zerschnittenen Salbeiblätter kurz darin andünsten und die abgetropften Ravioli kurz durchschwenken. Auf angewärmten Tellern servieren.






Ravioli mit Spinatfüllung (Nudelteig siehe oben)

Zutaten:

  • 1 kg frischer Spinat
  • 4 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Muskatnuss
  • 2 Esslöffel geriebener Parmesan
  • 1 Ei
  • 4 Scheiben Toastbrot ohne Rinde
  • Semmelbrösel oder Paniermehl
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • 1 verquirltes Ei

Zutaten:

Den Spinat in sehr viel Wasser waschen, anschließend alle großen Stile entfernen. Die Schalotten schälen und in sehr feine Würfel hacken, die Knoblauchzehe schälen.
Die Schalotten in einem großen Topf mit etwas Olivenöl glasig dünsten, während dessen den durchgepressten Knoblauch einrühren, und nach etwa 3 Minuten das erste Drittel in den Topf geben, und bei großer Hitze und ständigem Rühren solange dünsten bis er in sich zusammenfällt. Dann portionsweise den restlichen Spinat einrühren, und sobald der gesamte Spinat im Topf ist, alles mit etwas Pfeffer, Salz und frisch geriebener Muskatnuss würzen und solange im offenen Topf bei mittlerer Hitze dünsten lassen, bis das Wasser aus dem Spinat fast völlig verschwunden ist.
Dann den Spinat auf einem großen Küchenbrett verteilen, mit einem großen Messer klein hacken und in eine Schüssel geben. Von den Toastbrotscheiben die Rinde abschneiden, das Brot sehr fein würfeln und zusammen mit dem Ei, dem Parmesan, und etwa 1 Esslöffel Paniermehl gründlich in den Spinat „einarbeiten“, so dass auch die Brotwürfel nicht mehr zu erkennen sind. Ravioli wie oben beschrieben füllen und in tiefen Tellern mit etwa klarer Rinderbrühe servieren.

Stand: 06.10.2017, 11:28

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