Wie Antikenhandel den Islamischen Staat finanziert

Dr. Michael Müller-Karpe

Redezeit mit Michael Müller-Karpe

Wie Antikenhandel den Islamischen Staat finanziert

Am Freitag (18.12.2015) wird die Novelle des Kulturgutschutzgesetzes im Bundesrat verhandelt. Dem weltweiten Kampf gegen illegalen Antikenhandel schiebt sie keinen Riegel vor, meint der Archäologe Michael Müller-Karpe.

Der illegale Handel mit Kulturgütern rangiert weltweit nach dem Handel mit Waffen und mit Rauschgift auf dem dritten Platz. Schätzungen zufolge erwirtschaftet der sogenannte Islamische Staat pro Jahr mehrere Milliarden Dollar mit wertvollen Antiken, um damit seinen Terror zu finanzieren. Raubgrabungen und Plünderungen von archäologisch bedeutsamen Fundstellen im Irak und in Syrien werden vom IS systematisch und ohne jede Rücksicht auf die einzigartige historische Bedeutsamkeit betrieben.

Deutschland spielt nach Einschätzung internationaler Spezialisten eine eher unrühmliche Rolle als Umschlagplatz für das antike Raubgut. Daran wird nach Einschätzung des Kriminalarchäologen Michael Müller-Karpe auch das novellierte Kulturgutschutzgesetz nichts ändern - im Gegenteil: "Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es sich dabei um ein Blutantikenwäschegesetz handelt." Warum, erklärt er WDR 5-Moderator Achim Schmitz-Forte in der Redezeit.

Stand: 18.12.2015, 10:05