Service Psychologie - Magersucht

Mädchen mit zu weiter Hose

Service Psychologie - Magersucht

Von Nives Sunara

Möglichst dünn - immer lächeln - das Schönheitsideal vieler junger Mädchen. Aber auch familiäre Probleme oder Leistungsdruck in der Schule können junge Menschen in eine Magersucht treiben. Man kann jedoch vorbeugen.

Magersucht oder Anorexia Nervosa ist eine psychosomatische Erkrankung, die einer Sucht ähnelt. Sie kann tödlich enden und muss unbedingt ernst genommen werden. Menschen, die an Magersucht erkranken, versuchen durch Hungern und exzessives Körpertraining ihr Gewicht zu reduzieren. Sie schaffen es nicht mehr, ihren Körper objektiv zu betrachten und fühlen sich trotz starken Untergewichts immer noch zu dick.

Was können mögliche Warnsignale sein?

Wenn Kinder plötzlich mit einer Diät beginnen, wesentlich weniger essen als sonst, extrem viel Sport treiben, sich ständig mit ihrem Aussehen beschäftigen, sich häufig wiegen und andauernd äußern, dass sie unzufrieden sind mit sich und ihrem Gewicht. Wenn sie sich dann auch noch immer mehr zurückziehen und nicht mehr darüber reden, was sie beschäftigt, sollten Eltern ihre Kinder unbedingt ansprechen und sich gegebenenfalls bei einer Suchthilfe oder einem Arzt informieren.

Was kann in eine Magersucht führen?  

Schönheitsideale, die uns ständig in Werbung und Medien vorgeführt werden, das Gefühl, sich und anderen nicht gerecht werden zu können, Leistungsdruck und starker Perfektionismus, Konflikte in der Familie, Mobbing, Einsamkeit und traumatische Erlebnisse können zu Magersucht führen.

Hauptrisikogruppe

Zur Risikogruppe gehören hauptsächlich Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren. Doch in den letzten Jahren werden die Mädchen immer jünger, - aber auch ältere Frauen über vierzig zeigen Symptome von Magersucht. Jungen und Männer werden wesentlich seltener magersüchtig. Magersüchtige Mädchen sind in der Regel intelligente Schülerinnen, die sich selbst großen Druck machen und perfekt sein wollen.

Was können Eltern tun, damit die Kinder gar nicht erst erkranken?

Eltern können dafür sorgen, dass ihre Kinder Hobbys pflegen, die ihnen Spaß machen. Sie sollten sich Zeit für ihre Kinder nehmen und mit ihnen über das reden, was sie bewegt. Eltern sollten ihren Kindern auch beim Essen Vorbild sein. Sie sollten selbst auf Diäten verzichten und regelmäßig gemeinsam mit ihren Kindern essen. Essgestörte Mädchen haben oft Mütter, die seit Jahren Diät halten. Damit können sie ihre Kinder unter Umständen "anstecken".

Redaktion:
Ruth Schulz

Stand: 08.01.2015, 16:05

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