Allergisch oder nur empfindlich?

Frühstückstisch mit Obst, Cerealien und Brot

Service Gesundheit – Probleme mit Lebensmitteln

Allergisch oder nur empfindlich?

Von Christina Sartori

Viele Menschen glauben, dass sie bestimmte Lebensmittel nicht vertragen und verordnen sich selber eine Diät. Wahlweise werden Milch, Getreide oder Obst weggelassen. Aber damit kann man leicht daneben liegen.

Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder schlechtes Allgemeinbefinden können viele verschiedene Ursachen haben. Deshalb sollte man mit solchen Beschwerden zum Arzt gehen. Er wird klären, ob eine ernsthafte Erkrankung der Grund für das Unwohlsein ist. Ist eine Allergie nachgewiesen oder hat sich im Test eine Unverträglichkeit gezeigt, können kritische Lebensmittel begründet und zielgerichtet weggelassen werden.

Wann liegt eine Unverträglichkeit vor?

Ärzte unterscheiden zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit auf Lebensmittel. Während bei einer Allergie das körpereigene Immunsystem eine Rolle spielt, haben Lebensmittelunverträglichkeiten andere Ursachen. Eine Laktose-Unverträglichkeit oder eine Fruktoseunverträglichkeit kann der Arzt mit einem Atemtest nachweisen. Für einige andere Lebensmittelunverträglichkeiten fehlen solche beweisenden Testverfahren. Hier ist es unter Umständen hilfreich, ein "Ernährungstagebuch“ zu führen.

Was ist eine Nahrungsmittelallergie?

Bei einer Lebensmitteallergie reagiert das Immunsystem des Körpers auf ein Lebensmittel, zum Beispiel auf Nüsse, Sellerie, Obst oder Fisch. Das kann dazu führen, dass es im Mund oder auf der Haut juckt. Manchmal bilden sich Quaddeln, die wie Mückenstiche aussehen. Es kann auch zu Husten oder Niesattacken kommen. Eine besonders heftige Reaktion führt zu Herzrasen, Bauchkrämpfen, Atembeschwerden und Kreislaufzusammenbruch (anaphylaktischer Schock). In diesem Fall sollte man sofort den Notarzt rufen.

Wogegen bin ich allergisch?

Es ist oft nicht einfach eine Nahrungsmittelallergie nachzuweisen. Eine Möglichkeit ist der Hauttest: Verschiedene Stoffe werden dabei auf die eingeritzte Haut aufgetragen. Zeigen sich Veränderungen, liegt eine Allergie vor. Allerdings bedeutet das nicht immer, dass diese Stoffe auch zu den Beschwerden führen. Weitere Hinweise liefert eine Blutuntersuchung, bei der festgestellt wird, ob IgE Antikörper in erhöhter Menge vorhanden sind. Auch das ist ein Hinweis auf eine allergische Reaktion. Der manchmal angebotene Test auf IgG Antikörper liefert dagegen keine wichtige Information bezüglich einer Allergie. Eine eindeutige Aussage liefert der Provokationstest, der aber aufwändig und unangenehm ist.

Was ist ein Provokationstest?

Um ein verdächtiges Lebensmittel zu prüfen, muss der Betroffene einige Tage vollständig auf dieses Lebensmittel verzichten. Dann muss er von dem verdächtigen Lebensmittel essen. Reagiert der Körper darauf mit Beschwerden, ist der Verdacht bestätigt.

Gibt es eine Behandlung?

Bei einer Pollenallergie kann durch regelmäßiges Spritzen oder Lutschen von Tabletten mit entsprechenden Pollen die Allergie abgeschwächt oder zum Verschwinden gebracht werden. Bei Lebensmitteln wird Vergleichbares bislang nur in Studien gemacht. Die Standardtherapie sieht vor, dass Nahrungsmittelallergiker auf kritische Lebensmittel verzichten. Manchmal verschwindet eine Lebensmittel-Allergie von alleine.

Kann man vorbeugen?

Heutzutage empfehlen Kinderärzte, dass Kleinkinder alles ausprobieren sollten. Die Idee, dass man Lebensmittel, die häufig Allergien auslösen, besser nicht in den ersten Lebensjahren füttert, wurde in Studien nicht bestätigt.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 10.06.2014, 16:05

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