Service Gesundheit - Kalte Füße

Zwar Paar Füße, eins mit Socken eins ohne

Meistens harmlos, manchmal nicht

Service Gesundheit - Kalte Füße

Von Dorothea Brummerloh

Dass man im Winter kalte Füße bekommt, ist eigentlich eine geniale Anpassungsleistung: Der Körper vermindert die Durchblutung seiner "Außenstellen", um die Körpermitte mit ihren wichtigen Organen schön warm halten zu können.

Trotzdem nerven kalte Füße manchmal – vor allem dann, wenn man damit auch in einer recht warmen Wohnung zu tun hat. Vergleichsweise häufig hört man das von Frauen. Bei ihnen ist das Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpermasse ungünstiger als bei Männern. Deshalb geben sie mehr Wärme ab. Gleichzeitig können Frauen aufgrund ihrer geringeren Muskelmasse nicht ganz so gut Wärme erzeugen.

Manchmal steckt doch mehr dahinter

Kalte Füße sind meistens normal und fast immer harmlos. Aufmerksam werden muss man allerdings, wenn Füße ganz plötzlich kalt werden oder wenn möglicherweise nur ein Fuß kalt wird. Treten auch noch Schmerzen auf, ist das ein Alarmsignal. Hat man das Gefühl, wie auf Watte zu laufen, kann das die Folge einer Nervenstörung sein, die die Kälte- und Wärmeregulation in den Füßen beeinträchtigt. In all diesen Fällen sollte man zum Arzt gehen.

Der Arzt sucht nach Ursachen

Beim Arzt wird zunächst der Puls kontrolliert. Ist der am Fußrücken und Innenknöchel tastbar, gibt es Entwarnung. Dann schaut sich der Arzt die Füße an: Sind sie weiß, sind die blau, sehen beide gleich aus, sind beide warm? Im nächsten Schritt wird der Blutdruck am Knöchel gemessen. Dieser sollte im Liegen mindestens genauso hoch sein wie der am Arm. Ist er niedriger, ist die Durchblutung vermutlich nicht in Ordnung. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob es Ablagerungen in den Gefäßen gibt. Auch Computertomografie, Kernspintomographie oder Angiographie kommen manchmal zum Einsatz.

Besondere Messmethoden bei Diabetikern

Bei Diabetikern ist die Blutdruckmessung am Knöchel oft nicht aussagekräftig, weil ihre Gefäßwände verhärtet und auch eher die kleinen Gefäße in den Zehen oder in den Fingern betroffen sind. Hier kann man den Blutfluss nicht mit Ultraschall, aber mit der Pulsoszillographie kontrollieren. Wenn ein Diabetiker über Kälte und Missempfindungen in den Füßen klagt, würde der Arzt auch die Nervenfunktionen testen. Es könnte eine Nervenstörung als Spätfolge des Diabetes vorliegen.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit

Bei der als Schaufensterkrankheit bekannten Gefäßveränderung sind die Füße nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und werden deshalb kalt. In Ruhe sind die Patienten beschwerdefrei. Erst unter Belastung, wenn der Muskel mehr Sauerstoff verbraucht, kommt es zu Schmerzen. Wenn die Krankheit fortschreitet, kann sogar Gewebe absterben. Um das Risiko zu senken, sollte man mit dem Rauchen aufhören, einen zu hohen Blutdruck senken und die Blutzucker- und Blutfettwerte gut einstellen. Ist die Beinarterie stark verengt oder verschlossen, wird sie mithilfe eines Ballonkatheters aufgedehnt und es wird eventuell eine Gefäßstütze eingelegt.

Harmlose Störungen

Findet man bei all den möglichen Untersuchungen nichts Verdächtiges, sind die kalten Füße vielleicht Folge einer harmlosen funktionelle Störung. Dazu zählen niedriger Blutdruck, hormonelle Umstellung oder das so genannte Raynaud-Syndrom, eine durch Kälte oder Stress ausgelöste überschießende Gefäßverengung.

Hausmittel gegen kalte Hände und Füße

Körnerkissen, Heizkissen oder Wärmflaschen helfen bei kalten Füßen. Diabetiker und Patienten mit Taubheitsgefühlen, die kein intaktes Hitzeempfinden mehr haben, können sich daran jedoch leicht verbrennen und sollten Wollsocken bevorzugen. Auch Einreibungen mit ätherischen Ölen aus Kampfer, Latschenkiefer sowie Franzbranntwein können angenehm sein.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 19.01.2016, 15:05