Herausforderung - Unterricht für Flüchtlingskinder

Sylvia Löhrmann, Stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin und NRW-Schulministerin (Grüne)

Interview - Mehr Lehrer, mehr Geld

Herausforderung - Unterricht für Flüchtlingskinder

Die nordrhein-westfälische Schulministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann sieht keine größeren Probleme beim Unterricht für Flüchtlingskinder. Rückblick und Ausblick im Interview mit Sylvia Löhrmann.

Im WDR 5 Morgenecho zeigte sich die NRW-Schulministerin optimistisch, was die Integration der Flüchtlingskinder in den Schulen betrifft. Allerdings räumte sie auch ein: "Das geht nicht immer auf Knopfdruck und ganz reibungslos." Die Situation in NRW, so die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes, sei jedoch besser als in vielen anderen Bundesländern. Zum einen durch die Schaffung von kommunalen Integrationszentren, die "begleiten zusammen mit den Kommunen, und mit den örtlichen Schulämtern den Bildungsweg der Kinder und Jugendlichen von der Kita bis in die Ausbildung hinein".

Deutsch als Fremdsprache

Außerdem habe NRW seit 2009 im Lehrerausbildungsgesetz 'Deutsch als Fremdsprache'. Damit lerne "jede Lehrerin, jeder Lehrer, der jetzt in der Ausbildung ist, was es heißt, mit Kindern zu arbeiten, die nicht 'Deutsch als Muttersprache' haben". Zudem betonte Sylvia Löhrmann: "Wir sollten bei aller Anerkennung, dass das jetzt quantitativ anders ist, als wir erwartet haben, nicht so tun, als hätten wir noch nichts mit Kindern zu tun gehabt, die nicht bei uns geboren sind und beide deutschen Elternteile haben."

Zu den Forderungen der Union nach einer Integrationspflicht sagte die Grünen-Politikerin, dass dies in der momentanen Situation nicht weiterhelfe. Aus ihrer Sicht gehe es dabei nur darum, "die Wählerinnen und Wähler von den Stammtischen zu überzeugen".

2.399 zusätzliche Lehrerstellen

Um Flüchtlingskinder in den Schulen zu integrieren, hat Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr 2.399 zusätzliche Lehrerstellen für den "erhöhten Grundbedarf" in allgemeinen Klassen eingerichtet. Insgesamt steigt der Etat des Schulministeriums für 2016 gegenüber diesem Jahr von 16,3 auf 17,3 Milliarden Euro an.

Neben den zusätzlichen Lehrerstellen werden die Mittel für die Lehrerfortbildung im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache um 1,6 Millionen Euro erhöht. Außerdem steht erstmals eine Million Euro für Aushilfen bereit, um Schulen zu unterstützen, die nur vereinzelt Flüchtlingskinder aufnehmen und daher keine Stellen für Auffangklassen bekommen.

Stand: 28.12.2015, 15:32