Darf man sie wegwerfen?

Frau hält kleines Geschenk

Service Psychologie - Geschenke

Darf man sie wegwerfen?

Von Erik Heinrich

Es ist geschafft! Das Geschenkpapier ist vielleicht schon gefaltet oder in der Mülltonne versenkt , die Spülmaschine wieder ausgeräumt und man freut sich vielleicht auf noch ein paar ruhige Tage. Aber sie stehen noch da: Blumenvasen, Parfümfläschchen, Bildbände oder Selbstgemachtes.

Eigentlich hatte man diese Dinge nicht vermisst, aber nun hat man sie geschenkt bekommen. Was macht man damit? Darf man Geschenke weitergeben, oder sogar wegwerfen, wenn sie zu schrecklich sind? Es kommt darauf an...

Schauen Sie einem geschenkten Gaul unbedingt ins Maul! Ein Pferd, das so alt ist, dass es mit stark abgenutzten Zähnen nicht mehr vernünftig kauen kann, ist eigentlich zu nichts so recht zu gebrauchen und verursacht unangenehme Folgekosten.

 Nun haben die wenigsten Menschen einen Unpaarhufer unterm Weihnachtsbaum vorgefunden, dennoch macht das eine oder andere Geschenk nachdenklich. Über die Psychologie des Schenkens und welche Geschenke welche Rückschlüsse auf den Schenker zulassen, gibt es einen sehr ergiebigen Artikel in der Süddeutschen Zeitung (siehe "Link-Tipp").

Geschenke können den Beschenkten auch unter Druck setzen. Wenn die in Jahren angesammelten "Schätze" und Gegenstände der Erinnerung zu einer Last werden, wenn die "Macht der Dinge" Oberhand zu gewinnen droht, helfen die ordnenden Gedanken einer Fachfrau fürs Aufräumen, Birgit Medele, die sie gut strukturiert in einem Interview bei Chrismon wiedergibt (siehe "Link-Tipp").

Mit aufgekrempelter Hemdsärmeligkeit und nützlichen Tipps tritt auch "Olga Ordentlich" auf ihrer Webseite dem angesammelten Geschenke-Ballast entgegen: "Ein Leben ist zu kurz, um immer wieder Dinge nur deshalb zu beherbergen und zu pflegen, weil man sie geschenkt bekommen hat." Eine ihrer Ideen ist, ungeliebte Geschenke zunächst alle in einem großen Karton zu sammeln und erst mal die Reaktion von Besuchern auf die weggeräumten Dinge zu prüfen. Wie es dann weiter gehen könnte, finden Sie auf der Seite von "Olga Ordentlich" (siehe "Link-Tipp").

Einen Querschnitt durch die Meinungen mitdenkender Zeitgenossen bietet das Portal "gutefrage.net". Zum Tinnef, den man zu Silvester einsammelt, wie Plastikglücksschweinchen, sagt ein Blogger mit gesundem Menschenverstand: "Wirf ruhig weg - es sind nicht die Dinge, die zählen, sondern der Gedanke dahinter."

Das könnte auch für andere Geschenke gelten, deren materielles Dasein im Haushalt als lästig empfunden wird. Eine pfiffige Bloggerin stellte fest: "Ich habe die Tage ein Kleeblatt weggeschmissen. Hat mir Glück gebracht, das Wegschmeißen."

Selbstverständlich ist der Gedanke von Selma Lagerlöff  klug und mitmenschlich: „Schenken heißt, einem anderen das geben, was man selber behalten möchte.“ Genauso gut sollte man aber Dinge verschenken, die man selbst nicht behalten möchte, sofern man einen anderen damit erfreuen kann.

Redaktion:
Ruth Schulz

Stand: 27.12.2012, 16:05

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