Risiken und Nebenwirkungen

Menge unterschiedlich großer und farbiger Tabletten

Service Gesundheit – Gefälschte Medikamente

Risiken und Nebenwirkungen

Von Christina Sartori

Immer mehr Deutsche kaufen Medikamente im Internet. Gleichzeitig steigt die Zahl der gefälschten Medikamente, die über das Internet verkauft werden und lebensgefährlich sein können. Wie kann man sich davor schützen?

Wie erkennt man gefälschte Medikamente?

Gefälschte Medikamente sind meist nur im Labor als Fälschung zu erkennen. Äußerlich gleichen sie den Originalen in Form und Größe, Farbe und Verpackung. Die Zusammensetzung kann aber ganz anders sein. Es gibt Fälschungen ohne jeden Wirkstoff. Manchmal ist der Wirkstoff zu niedrig dosiert, manchmal zu hoch.

Fast alle Fälschungen enthalten billige Fremdstoffe. Es wurden schon Wachs, Möbelpolitur oder Ziegelstaub gefunden. Man muss auch damit rechnen, dass gefälschte Medikamente unter sehr schlechten hygienischen Verhältnissen hergestellt worden sind.

Welche Folgen haben Fälschungen für die Gesundheit?

Wenn Fälschungen keinen Wirkstoff oder zu wenig Wirkstoffe enthalten, ist ein Kranker unterversorgt. Bei Antibiotika oder Malariamedikamenten kann es zu Resistenzen kommen. Enthält ein Medikament zu viel Wirkstoff oder Fremdstoffe, sind schwere Unverträglichkeitsreaktionen möglich. Gefälschte Medikamente können lebensgefährlich sein.

Wie schützt man sich vor Fälschungen?

Wer sich vor Fälschungen schützen will, sollte Medikamente in einer Apotheke vor Ort kaufen oder bei einer legalen Versandapotheke. Verdächtig sind Internetangebote, die mit sehr niedrigen Preisen werben und bei verschreibungspflichtigen Medikamenten auf ein Rezept verzichten. Es empfiehlt sich auch nicht unbedingt, Medikamente preiswert in Urlaubsländern einzukaufen. In Afrika und Asien ist die Zahl der gefälschten Medikamente besonders hoch.

Woran erkenne ich eine legale Versandapotheke?

Vor dubiosen Internetangeboten sollte man sich hüten, gegen den Einkauf bei einer legalen Versandapotheke ist dagegen nichts einzuwenden. Legale Versandapotheken werden in Deutschland durch eine Aufsichtsbehörde zugelassen. Im Impressum stehen Name und Anschrift eines approbierten Apothekers und der zulassenden Aufsichtsbehörde.

Die Versandapotheke steht im "Register Versandapotheke" des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Apotheken, die dort erfasst sind, dürfen auf ihrer Webseite ein Sicherheitslogo abbilden. Der Klick auf das Logo führt zu den Angaben der Apotheke im Register. Sie liefert rezeptpflichtige Medikamente nur gegen Vorlage des Originalrezeptes; eine Kopie oder ein Fax reichen nicht aus.

Geld sparen durch Versandhandel?

Legale Versandapotheken können bei verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht mit Sonderangeboten werben. Rezeptpflichtige Medikamente müssen in Deutschland nämlich zu einem festgelegten Preis verkauft werden – in der Apotheke um die Ecke und auch bei einer seriösen Internetapotheke. Doch bei frei verkäuflichen Medikamenten legt der Verkäufer den Preis fest. Hier kann es daher Preisunterschiede geben. Bei Internetapotheken kommen allerdings häufig noch Versandkosten dazu. Meist dauert es zwei bis drei Tage, bis die Medikamente geliefert werden.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 08.07.2014, 16:05

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