Service Gesundheit - Fluoride für Kinderzähne

Ein dreijähriges Mädchen putzt sich die Zähne

Service Gesundheit - Fluoride für Kinderzähne

Von Brigitte Osterath

Zahnpflege sollte mit dem ersten Milchzahn beginnen - darüber sind sich Fachleute einig. Wie Kinder mit Fluoriden versorgt werden sollten, wird unterschiedlich eingeschätzt. Zahnärzte setzen auf fluoridhaltige Zahnpasta, viele Kinderärzte auf Fluoridtabletten.

Da kleine Kinder noch nicht richtig ausspucken können und einen Teil der Zahnpasta verschlucken, raten Zahnärzte dazu, bis zum zweiten Lebensjahr nur einmal am Tag mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta zu putzen. Außerdem empfehlen sie bis zum sechsten Jahr Kinderzahnpasta. Sie enthält weniger Fluorid als normale Zahnpasta. Ab dem sechsten Lebensjahr, wenn die bleibenden Zähne anfangen durchzubrechen, sollte mindestens zweimal täglich mit Erwachsenenzahnpasta geputzt werden.

Sind Fluoridtabletten sinnvoll?

Darüber streiten sich Kinderärzte und Zahnärzte. Die Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt  Fluoridtabletten für Kinder in den ersten beiden Lebensjahren, um die Entwicklung des Zahnschmelzes von innen heraus zu fördern. Zahnärzte raten hingegen in der Regel von Fluoridtabletten ab, da es bei Kindern sonst leicht zu einer Überdosierung von Fluorid kommen könne. Außerdem hätten neueste Studien gezeigt, dass Fluorid nur im direkten Kontakt mit den Zähnen wirkt. Wenn Fluoridtabletten dennoch eingenommen werden, raten Zahnärzte dazu, sie in jedem Fall zu lutschen und nicht einfach nur herunterzuschlucken. Fluoridtabletten verschreibt ein Arzt meist zusammen mit einer Vitamin-D-Prophylaxe. Dafür gibt es ein Kombinationspräparat.

Sollte man zusätzlich Fluoridgele anwenden?

Fluoridgele aus der Apotheke enthalten etwa zehnmal so viel Fluorid wie normale Zahnpasta. Diese Gele dürfen Kinder daher erst anwenden, wenn sie richtig ausspucken können. Zahnärzte empfehlen sie erst für die Zeit nach der Einschulung.

Sind Fluoride schädlich?

Nimmt ein Kind zu viel Fluorid auf, kann es zu Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit und Bauchschmerzen bekommen. Allerdings muss dafür die Dosis extrem hoch sein. Bei leichter Überdosierungen können weißliche Flecken an den Zähnen entstehen.

Service Gesundheit ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Leonardo und ist dort dienstags zwischen 15.05 Uhr und 17.00 Uhr zu hören.

Stand: 19.08.2016, 12:30