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Was passiert mit dem Fett in der Haut?

Hände eincremen mit Handcreme

Die Kleine Anfrage - Fettcreme

Was passiert mit dem Fett in der Haut?

Von Marion Theisen

Die Haut ist unser größtes Organ, etwa 17.000 Quadratzentimeter möchten gepflegt werden. Eine Leonardo-Hörerin aus Wuppertal fragt, was eigentlich mit dem Fett aus der Fettcreme in der Haut passiert.

Von der Auswahl an Cremes und Lotionen, Tiegeln und Tuben, fühlt sich manch ein Kunde schier erschlagen. Was soll er seiner Haut denn Gutes tun? Soll die Creme besonders fetthaltig sein, soll sie Feuchtigkeit versprechen, oder Anti-Aging? Welche Creme gut für die Haut ist, hängt ganz von deren Beschaffenheit ab. Je älter der Mensch wird, desto mehr Fett braucht die Haut. Jugendliche hingegen, die unter Akne leiden, können diese durch zu fettige Creme noch verstärken. Daher sollte man sich beraten lassen.

Eher verdunsten als einziehen

Wirksame Zusatzstoffe und schnelles Einziehen versprechen viele. Aber eigentlich zieht eine Körpercreme überhaupt nicht in die Haut ein. Man hat nur das Gefühl, weil die Wasseranteile in der Creme relativ schnell verdunsten. Der Fettanteil lagert sich in den oberen Hautschichten ein und wird beim nächsten Duschen, spätestens aber mit der natürlichen Erneuerung der Haut, wieder abgestoßen.
Das liegt an einer Barriere, einer Zellschicht an der Hautoberfläche, die fast nichts hindurchlässt. Selbst Zusatzstoffe in Cremes, die noch so tolle Sachen versprechen, dringen nur etwa einen zehntel Millimeter tief ein. Anders ginge es bei Kosmetika sowieso nicht, denn sie dürfen nicht in den Körper hinein wirken.

Hyaluron hält nicht was es verspricht

Hyaluronsäure zum Beispiel, die gegen die Hautalterung wirken soll, kommt gar nicht weit genug hinein. Dazu müsste sie schon gespritzt werden. Die Falten bleiben also – trotz aller Versprechungen auf der Cremetube - erhalten. Bei Urea beziehungsweise Harnstoff, der gegen besonders trockene Haut hilft, sieht das schon etwas anders aus. Denn hier sind die Moleküle so klein, dass sie teilweise durch die Barriere der Haut hindurch können. Es ist aber eine von ganz wenigen Ausnahmen.

Schutz vor Sonneneinstrahlung

In einer Sache sind sich die Experten übrigens total einig: Wer seine Haut länger jung halten will, sollte sie möglichst früh und möglichst gut vor Sonneneinstrahlung schützen. Prophylaxe ist aussichtsreicher als die Behandlung von Spätschäden.

Redaktion:
Martin Gent

Stand: 20.11.2014, 16:05

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