13 Jahre nach 9/11

Flugzeug steuert auf den noch unversehrten Turm des World Trade Centers zu

Die lange Suche nach den Terroropfern

13 Jahre nach 9/11

Bei den Anschlägen auf das World Trade Center vom 11.09.2001 starben über 2.700 Menschen. Bis heute arbeiten Rechtsmediziner daran, Opfer zu identifizieren.

Am 11. September 2001 flog um 8:46 Uhr Ortszeit das erste entführte Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers. Um 9:03 Uhr krachte ein zweites Flugzeug in den Südturm. Bei diesen Terrorangriffen in New York starben 2.753 Menschen, darunter Passagiere, Besatzungsmitglieder und die zehn Entführer der beiden Flugzeuge. Die anderen Opfer waren Menschen, die sich in den Gebäuden oder in der direkten Umgebung aufhielten, darunter auch 411 Helfer.

Eine lange Suche beginnt

Direkt vor Ort war auch Mark Desire. Der Anthropologe wurde damals zum Unglücksort gerufen, nachdem die erste Maschine eingeschlagen war. "Als das erste Flugzeug einschlug, gab es noch die Möglichkeit, dass es sich um einen Unfall handelte. Aber dann sahen wir, meine Kollegen und ich, wie das zweite Flugzeug einschlug. Und da wussten wir, dass es eine Terrorattacke war." sagt Desire heute. Er erlebt und überlebt den Einsturz der Türme - und leitet seither das Identifizierungsprojekt der bei den Anschlägen verstorbenen Menschen.

Immer neue Techniken

Die Identifizierung der Toten ist ein grausames Puzzlespiel. Von vielen sind nur noch DNA-Fragmente erhalten, die Knochen sind zerbrochen, waren großer Hitze ausgesetzt, wurden mit Löschwasser und Kerosin kontaminiert. Sie werden seither mit immer neuen Methoden untersucht - teilweise schon bis zu fünfzehn Mal. Inzwischen haben sich die technischen Möglichkeiten stark weiterentwickelt - Mark Desires Kollegen können heute Erbgut entschlüsseln, das nur noch in kleinsten Teilen enthalten ist. Vor zehn Jahren galt dies noch als unmöglich. Von den etwa 2753 Opfern des Anschlags konnten so bis heute 1635 identifiziert werden.

Letzte Ruhestätte

Knapp 8.000 Proben konnten allerdings noch nicht zugeordnet werden. Sie liegen mittlerweile vakuumverpackt im "Museum des 11. September" - das damit auch Ruhe- und Gedenkstätte für die Hinterbliebenen ist. Für Mark Desire ist es allerdings kein reiner Friedhof - denn er und seine Kollegen arbeiten weiterhin daran, dass einige der Proben vielleicht doch noch identifiziert werden können.

Autor des Radiobeitrages: Michael Stang

Redaktion: Christian Wesener

Stand: 11.09.2014, 16:05

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