Rüssel am Meeresgrund

Elefantenhai-Genom hilft Immunsystem verstehen

Rüssel am Meeresgrund

Von Alexandra Hostert

Ein seltsamer Rüssel ist sein Markenzeichen: Der Elefantenhai sieht höchst ungewöhnlich aus. Für Forscher ist er aber noch aus einem anderen Grund interessant. Sie wollen aus seinem Erbgut mehr über die Evolution lernen.

Der Elefantenhai lebt tief unten im Meer – ein paar hundert Meter unter der Wasseroberfläche. Er schwimmt durch die Ozeane vor Australien und Neuseeland  und sieht anders aus als die meisten anderen Haie: Nur etwa einen halben Meter lang und ohne das typische spitze Hai-Maul. Stattdessen hat er einen kurzen, breiten Rüssel. Damit schwimmt er nah über den Meeresboden - wahrscheinlich um Nahrung zu suchen: Elefantenhaie fressen Kleintiere wie Schnecken oder Muscheln.

Das Genom des Elefantenhais

Für Forscher sind Elefantenhaie interessant, weil man an ihnen viel über die Evolution lernen kann – auch über unsere eigene Entwicklung. Denn obwohl wir bei Verwandten vom Menschen nicht sofort an Haie denken, hatten Menschen und Hai vor vielen Millionen Jahren gemeinsame Vorfahren. Beide gehören zu den so genannten "Kiefermäulern". Das besondere an Haien ist aber, dass sie im Gegensatz zum Menschen keine echten Knochen haben, sondern nur Knorpel bilden. Durch die Untersuchungen am Genom des Elefantenhais konnte man jetzt mehr darüber erfahren, warum Knorpel bei vielen Tieren hart wird und verknöchert, bei anderen aber nicht.

Abwehrkraft und Beständigkeit

Außerdem hat der Elefantenhai ein besonders Immunsystem, das sich auf eine ungewöhnliche Art auf neue Erreger einstellt. Auch daraus wollen Forscher mehr über die Evolution erfahren. Das Erbgut des Elefantenhais hat sich zudem im Laufe der Evolution besonders langsam verändert - langsamer als bei allen anderen Wirbeltieren und damit sogar langsamer als bei den Quastenflossern, die als lebende Fossilien bekannt sind. Das macht das Genom des Elefantenhais zu einem guten Modell für vergleichende Analysen des Erbguts verschiedener Tiere.

Redaktion:
Peter Ehmer

Stand: 09.01.2014, 16:05

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