Schutz für die letzten Seekühe

Schutz für die letzten Seekühe

Von Anne Preger und Sven Preger

Sie sind pausbäckige, gutmütige Sympathieträger: die Seekühe Südafrikas sind trotzdem von Ausrottung bedroht. Eine junge Frau versucht, die Tiere mittels einer Stiftung zu retten. Touristen sollen dabei helfen.

Sandbänke im Bazaruto Archipel ragen aus türkis-blauem Wasser hervor

Sandbänke im Indischen Ozean. Wenn die Ebbe kommt, geht das Wasser im Bazaruto Archipel. Nur in den tieferen Kanälen bleibt das Wasser. Hier können Dugongs ihre Bahnen ziehen - durch diese einzigartige Landschaft.

Sandbänke im Indischen Ozean. Wenn die Ebbe kommt, geht das Wasser im Bazaruto Archipel. Nur in den tieferen Kanälen bleibt das Wasser. Hier können Dugongs ihre Bahnen ziehen - durch diese einzigartige Landschaft.

Es ist die wichtigste Nahrung für die Dugongs: Seegras. Bei Flut ist es ganz von Wasser bedeckt. Dann gleiten die Dugongs wie massive Staubsauger über den Meeresboden und futtern. Bekommt eine Mutter zum Beispiel während der Schwangerschaft nicht genug Seegras, kann sie keine Milch produzieren.

Da ist das Ding! Ein massiver Staubsauger. Manche sagen: Nur die eigene Mutter könne es lieben - bei diesem Gesicht. Dugongs sind etwa dreieinhalb Meter lang und 400 Kilogramm schwer. Sie werden auch Gabelschwanzseekühe genannt und sollen einmal die Vorbilder gewesen sein: für Meerjungfrauen.

Die Dugongs schützen sich leider nicht von selbst. Deshalb muss der Chef der Nationalpark-Polizei Tomas Manasse regelmäßig in einen kleinen Flieger steigen, um illegale Fischer zu verjagen. Pilot Etienne Oosthuizen stellt für diesen Job seine Maschine und seine Arbeitskraft zur Verfügung - freiwillig.

Aus der Luft lassen sich nicht nur illegale Fischer auffinden, sondern auch die Dugongs. Damit wissen die Ranger im Bazaruto Nationalpark, wo sich die Tiere meistens befinden. So können sie erfassen, welches Gebiet als Lebensraum geschützt werden muss.

Der Nationalpark ist in mehrere Zonen aufgeteilt. In manchen dürfen die einheimischen Fischer arbeiten - allerdings nur mit bestimmten Netzen. Die dürfen keine Gefahr für die Dugongs darstellen. Gefischt wird vor allem bei Ebbe, wenn die Sandbänke und Korallen eine sichere Ausgangsbasis bilden.

Die Mutter der Dugongs. Karen Allen ist Anfang 30 und arbeitet hier für die Naturschutzorganisation Endangered Wildlife Trust. Karen hat die Mittel eingeworben, um zum ersten Mal zwei Patrouillen-Boote zu kaufen - damit können illegale Fischer überwacht und gefährliche Netze beschlagnahmt werden. Skipper Noe Carlos hat gerade seinen Bootsführerschein erworben.

Der Chef der Nationalpark-Polizei Tomas Manasse mit den beschlagnahmten Netzen. Vor allem die hellen Treibnetze sind gefährlich für Dugongs. Darin verfangen sie sich und können sich nicht befreien. Die Dugongs ersticken schließlich. Die illegalen Netze werden regelmäßig verbrannt.

Letzte Vorbereitungen. WDR 5 Leonardo-Reporterin Anne Preger kurz vor dem Abflug mit Pilot Etienne Oosthuizen. Geflogen wird mit offenen Fenstern. So hat Anne einen guten Blick auf die Dugongs - wenn sie denn da sind.

Dugongs beim Synchronschwimmen. Ganz nah unter der Wasseroberfläche gleiten sie dahin. Sie sind dem Menschen gegenüber klar im Vorteil. Etwa 7 Minuten können sie unter Wasser bleiben - erst dann müssen sie Luft holen. Drei auf einen Streich - ein seltener Anblick.

Tief Luft holen. Wenn man genau hinschaut, sieht man das Wasser, das an der Schnauze zur Seite spritzt, als der Dugong ausatmet. Das ist ein Zeichen. Gleich taucht die Gruppe ab und verschwindet - und man weiß nicht, wo sich die Tiere dann wieder zeigen.

Und Tschüss. Ein Dugong taucht ab. Dabei kommt die Schwanzflosse aus dem Wasser. Das ist sehr höflich von den Dugongs. Sie winken zum Abschied. Spätestens jetzt ist auch klar, warum sie als Vorbilder für Meerjungfrauen gelten. Märchenhaft.

Ebbe im Bazaruto-Archipel. Die Sandbänke kommen zum Vorschein. Traumhaft schön.

Stand: 02.12.2014, 16:05 Uhr