Service Bildung - Kurse für Analphabeten

Symbolfoto: Analphabetismus, ein Mann steht vor einer Tafel, auf der die Anfangsbuchstaben des Alphabets geschrieben sind

Leben ohne Schrift

Service Bildung - Kurse für Analphabeten

Von Katja Nellisen

Wer nicht ausreichend lesen und schreiben kann, steht im Alltag oft vor großen Hürden. Einen Fragebogen beim Arzt ausfüllen, im Geschäft einen Umtausch quittieren, eine Straße auf dem Stadtplan finden.

Es gibt verschiedene Ursachen. Stark betroffen vom Analphabetismus sind Einwanderer aus Ländern, in denen es kaum Schulbildung gibt. Aber auch unter Deutschen ist das Phänomen zu finden. Manche haben als Kinder in der Schule das flüssige Lesen und Schreiben nie gelernt, andere haben es nach mäßigem Schulerfolg wieder verlernt. Gemeinsam ist allen, dass sie oft fein ausgeklügelte Strategien entwickelt haben, um ohne diese Fertigkeiten durchs Leben zu kommen. Viele achten genau darauf, dass möglichst niemand von ihrer Schwäche erfährt, Vertrauenspersonen helfen im Notfall. 

Als Erwachsener dauert es lange, lesen und schreiben zu lernen

Wer das Lesen und Schreiben im Nachhinein lernen will, für den gibt es einige Angebote. Das Alfa-Telefon gibt unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/53 33 44 55 Hilfestellung und informiert über Kursanbieter, und auch im Internet kann man nach Kursen in Wohnortnähe suchen. Allerdings braucht es viel Mut und Durchhaltevermögen, um schließlich erfolgreich zu sein. Bei Analphabetismus handelt es sich nach wie vor um ein Tabu in der Gesellschaft, und viele haben keine guten Erinnerungen an ihren Schulunterricht; da fällt der Gang zu einer Bildungseinrichtung schwer. Und wenn man sich einmal aufgerafft hat, ist es in der Regel auch nicht mit einem Kurs getan. Lesen und Schreiben zu lernen, kann mehrere Jahre dauern. Da muss man schon wirklich motiviert sein.

Finanzielle Unterstützung

Damit die Finanzierung nicht zum Hindernis wird, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen Zuschuss zu den Kurskosten zu erhalten, sei es durch eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit, eine Unterstützung der Kommune oder ein Stipendium einer Stiftung. Wer darüber nachdenkt, einen Kurs zu machen, sollte unbedingt beim Veranstalter nachfragen.

Redaktion: Lioba Werrelmann

Stand: 10.10.2013, 16:05

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