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Der neue Butler

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Der neue Butler

Von Irene Geuer

Auf dem digitalen Markt ist mal wieder ein großer Konkurrenzkampf ausgebrochen. Sie haben das bestimmt schon in der Werbung gesehen und auch unsere Medienkollegen im WDR erklären diese neuen Dinger, die da Sprachassistent heißen.

Siri z.B. oder Alexa oder Cortana. Derzeit steckt das Ganze noch in den Anfängen. Aber die digitale Welt dreht sich rasend schnell. Nicht mehr lange und unser Haushalt wird von künstlicher Intelligenz gewuppt. So ein Butler für jedermann hat was, sagt Irene Geuer.

Der neue Butler

WDR 4 Zur Sache | 19.05.2017 | 01:49 Min.

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Sie kommen müde von der Arbeit nach Hause und sagen: "Jetzt nen schönen Kaffee." Und wenige Augenblicke später ist er fertig. Weil James ihn bereits gemacht hat und zwar so, wie Sie ihn haben wollen, weil James erkennt, dass Sie gesprochen haben und nicht ihr Partner. Und während Sie sich ausruhen, kauft James online das fehlende Klopapier, lässt ihnen ein Bad ein und rät Ihnen zu einem kleinen Snack, weil ihm Ihre Biodaten sagen, dass Sie gerade ein wenig unterzuckern. Das ist noch Zukunftsmusik, aber nicht mehr lange. Denn die Sprachassistenten können heute schon verschiedene Stimmen erkennen und Informationen aus dem Internet ziehen. Der Anfang ist längst gemacht.

Ich finde diese Aussichten auf jemanden, der uns die lästigen Arbeiten abnimmt, ohne dass es Klagen gibt, total verlockend. Eine zuverlässige Hilfskraft, die nicht krank wird. Das sind Zukunftsbilder, die wir uns bislang in Science-Fiction Serien ausgemalt haben. "Computer – Earl Grey, heiß", sagt Captain Picard im Raumschiff Enterprise und der Replikator tut wie ihm befohlen. Das Ganze spielt Anfang des 24. Jahrhunderts. Und jetzt stellt sich heraus, dass wir im echten Leben so lange gar nicht warten müssen.

Aber, so sehr ich mir jetzt auch gerade einen Kaffee wünsche, für dessen Zubereitung ich aber keine Zeit habe, es wird mir bei all dem auch ein bisschen unheimlich. Denn diese künstlichen Intelligenzen haben ihre Tücken. Heute schon. Die Anbieter solcher Programme sind keine Wohltäter, sondern knallharte Geschäftsleute. Und es ist längst noch nicht geklärt, wie verhindert werden kann, dass unser James nicht alles, was wir tun, an seinen Schöpfer weitergibt und wir zur gläsernen Marionette der Wirtschaft werden.

Und mal ehrlich: Wir wissen ja jetzt schon nicht, wie unser Smartphone oder Computer wirklich funktioniert. Wir können sie nur bedienen. Klar, da gibt es die Datenschützer, aber haben die die Zukunft immer ganz genau im Blick? Besser ist es, glaube ich, wir überlassen James dem 24. Jahrhundert, in der Hoffnung, dass wir dann schlauer sind.