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Gebaut, um kaputt zu gehen

Leuchtende Glühbirne.

Gebaut, um kaputt zu gehen

Technische Geräte sind heute ein Paradebeispiel für unsere Wegwerfgesellschaft: Sie gehen schnell kaputt und sind schwer zu reparieren. Umweltbewusste Verbraucher müssen bei diesem Trend aber nicht mitmachen.

Gebaut, um kaputt zu gehen

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter | 20.05.2017 | 14:07 Min.

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Glühbirnen waren im vergangenen Jahrhundert Dauerbrenner, im Schnitt rund 2.500 Stunden lang gaben sie Licht - gut für die Kunden, aber schlecht für´s Geschäft. Damals einigten sich die führenden Hersteller heimlich in einem Kartell darauf, die Lebensdauer ihrer Lämpchen zu verkürzen, um so den Absatz zu steigern. Fortan brannten ihre Glühbirnen nur noch etwa 1.000 Stunden. Das Konzept einer von vornherein festgelegten Lebensdauer von Geräten war geboren, Fachleute sprechen von der so genannten "Geplanten Obsoleszenz".

Absichtlich kurze Lebensdauer?

Elektroschrott in einem Container

Fast neu und schon kaputt – Das kurze Leben der Elektrogeräte

Angesichts von Geräten, die allgemein viel zu früh, oft sogar kurz nach Ablauf der Garantie kaputt gehen, beschleicht viele Verbraucher auch heutzutage ein ungutes Gefühl - bauen Hersteller mit Absicht Schwachstellen in ihre Produkte ein? Zu beweisen ist das schwer. Sicher ist dagegen, dass viele Geräte länger halten könnten, würden die Produzenten hochwertigere Materialien verwenden. Zerbrechliche Plastikzahnrädchen in Handmixern etwa zeugen nicht von einer geplanten langen Lebensdauer. Auch eine Reparatur ist häufig offensichtlich nicht vorgesehen: So ärgern sich etwa Besitzer von Handys oder Laptops darüber, dass man Akkus oft nicht austauschen kann. Und wenn man für den Austausch eines Ablaufschlauches die komplette Spülmaschine auseinander nehmen müsste, ist häufig ein Neukauf günstiger als die Reparatur. Sofern denn überhaupt Ersatzteile verfügbar sind.

Alternativen zur Wegwerfmentalität

Ein Helfer repariert einen Fernseher im Repair Café Köln

Ein Helfer repariert einen Fernseher im Repair Café Köln

An diesem Trend sind wir Verbraucher nicht ganz unschuldig. Häufig kaufen Kunden bewusst billige Produkte, weil sie sie nur kurz nutzen wollen. Für einen Schwingschleifer, der nur für eine Renovierung gebraucht wird, will eben niemand 300 Euro ausgeben. Oft ist eine lange Lebensdauer auch wegen der technischen Weiterentwicklung nicht gewollt. Junge Leute möchten gerne das neueste Smartphone haben, und nicht eines, was zehn Jahre hält. Wer diese Wegwerfmentalität nicht unterstützen möchte, kann aber auch andere Wege gehen: Etwa beim Gerätekauf auf eine möglichst lange Ersatzteilgarantie achten, vorher Testberichte lesen, um ein langlebiges Produkt zu finden, oder vor dem Autokauf in seiner KFZ-Werkstatt nachfragen, welche Automarken reparaturfreundlich konstruiert und ob Ersatzteile erschwinglich sind. Ist die Reparatur durch einen Techniker zu teuer, sind so genannte "Repair-Cafés" eine Alternative. Dort helfen technisch interessierte Menschen unentgeltlich bei der Fehlersuche.

 

Stand: 20.05.2017, 00:00