Von Blumenwiesen, Blumenrasen und Blumenschotterrasen

Von Blumenwiesen, Blumenrasen und Blumenschotterrasen

Die Blumenwiese ist bekannt. Aber haben Sie schon vom Blumenrasen und dem Blumenschotterrasen gehört? Wir stellen sie vor und zeigen, wie wertvoll sie für den Garten und das öffentlichen Grün sind.

Ulrike Aufderheide kniet auf einer Blumenwiese

Ulrike Aufderheide ist Diplom-Biologin, Naturgartenplanerin und aktiv im Arbeitskreis "Naturnahe Gärten in Wachtberg". Von diesem Arbeitskreis ging die Initiative für den Schaugarten am Rathaus in Wachtberg-Berkum aus. Seit 2002 soll er Bürgerinnen und Bürger dazu animieren, ihre Gärten naturnah zu gestalten. Der violettblühende Wiesen-Salbei ist beispielsweise ein wichtiger Nektarspender für Hummeln.

Ulrike Aufderheide ist Diplom-Biologin, Naturgartenplanerin und aktiv im Arbeitskreis "Naturnahe Gärten in Wachtberg". Von diesem Arbeitskreis ging die Initiative für den Schaugarten am Rathaus in Wachtberg-Berkum aus. Seit 2002 soll er Bürgerinnen und Bürger dazu animieren, ihre Gärten naturnah zu gestalten. Der violettblühende Wiesen-Salbei ist beispielsweise ein wichtiger Nektarspender für Hummeln.

Der Wiesensalbei steht am Rand des Blumenschotterrasens. "Das ist unsere Zukunft", erzählt Ulrike Aufderheide begeistert. "Hier könnte sogar ein kleiner LKW parken". Dazu wurden 50 cm Schotter ausgebracht und verdichtet. Darauf nur hauchdünn Grünkompost gestreut und mit Wildgräsern und Wildblumen eingesät. Der asphaltierte Parkplatz dahinter könnte komplett durch solch einen blühenden Schotterrasen ersetzt werden.

Was für ein schmucker Parkplatz: Der violette Wiesensalbei kontrastiert wunderbar mit der gelblich-grünen Zypressen-Wolfsmilch. "In Zeiten des Klimawandels ist der Blumenschotterrasen ein Tausendsassa: Er kühlt die Atmosphäre, verhindert Überschwemmungen, und das versickernde Regenwasser speist unsere Grundwasserspeicher", schwärmt Ulrike Aufderheide.

Der wilde Thymian im Blumenschotterrasen sorgt zudem noch für angenehme Düfte. Ein Ehepaar, das sich von der Naturgartenplanerin beraten ließ, war sich uneins darüber, ob es den Blumenschotterrasen haben wollte. Also schauten sie sich die Fläche hier in Wachtberg-Berkum an. Als es nach kurzer Zeit "nach provencalischen Hühnchen roch", war sofort die Entscheidung für den Blumenschotterrasen gefallen.

Dieses filigrane Gras, der Schaf-Schwingel, wächst ideal im Blumenschotterrasen. Mit dieser Methode können neben Parkplätzen auch Terrassen, Wege, Schulhöfe und Kindergärten gestaltet werden. Die Bepflanzung wird automatisch durch die Benutzung kurzgehalten. Bei starker Nutzung wirkt der Blumenschotterrasen wie ein Feldweg.

Am anderen Ende des Schaugartens in Wachtberg-Berkum kann man sich einen Blumenrasen ansehen. Dem fehlt, im Vergleich zum Blumenschotterrasen der Schottergrund, weshalb er weniger belastbar ist. Er kann aber, wenn man ihn betreten möchte, mehrmals im Jahr gemäht werden. Zum Beispiel, wenn man Bäume beernten oder ein Fest feiern möchte. Im Moment dominieren im Blumenrasen die Margeriten als Blühpflanzen.

Ebenfalls im Blumenrasen wächst die Zaunwicke. Im Staudenbeet ist sie ungeliebt, wegen ihres starken Ausbreitungsdrangs. Aber den Blumenrasen zieren ihre zartlila Blüten ungemein. Die Farbtupfer machen sich gut im frischen Grün. Zudem bietet dieses Wiesenkraut Nahrung für Wildbienen und ist somit ökologisch besonders wertvoll.

Ebenfalls im Blumenrasen wächst der Mittel-Wegerich. Er ist eine Zeigerpflanze für einen nährstoffarmen Boden. "Wenn Biologen ihn entdecken, machen sie Luftsprünge", so Aufderheide. "Diese Pflanzen sehen wir in der freien Natur fast nur noch in Naturschutzgebieten. Weil es in unseren intensiv genutzten Landschaften kaum mehr nährstoffarme Flächen gibt."

Das löwenzahnähnliche gelbe Ferkelkraut wächst sowohl im Blumenrasen als auch in der Blumenwiese. Hier sammelt die Gehörnte Mauerbiene Nektar auf dem Ferkelkraut. Sie ist eine solitäre Wildbiene, also eine Art, die einzeln lebt und keine Völker bildet wie Hummeln, Bienen oder Wespen. Der Lebensraum der Wildbienen schwindet. Blumenrasen oder Blumenwiesen im Garten sind also wichtige Lebensräume für sie.

Hier zeigt sich das Taubenkropf-Leimkraut in voller Blüte. Es wirkt sehr zart, mit der rötlichen Äderung auf den aufgeblasenen weißen Blüten. Es ist eine wilde Nelke. Nur Falter und Bienen mit langen Rüsseln erreichen den Nektar unten im Kelch. Nachtfalter werden von dem Duft angelockt, den die Blüten nur nachts aussenden. Manche Nachtfalter-Raupen ernähren sich vom Taubenkropf-Leimkraut. Wer Nachtfalterblumen im Garten hat, erhöht die Chance, in der Dämmerung Fledermäuse zu beobachten.

Ganz typisch für die Blumenwiese sind hochwachsende Gräser, wie der Glatthafer. Er wird bis zu 1,50 Meter hoch. Auch die windbestäubten Gräser werden von vielen Tieren genutzt. Es leben beispielsweise Schmetterlingsraupen auf ihnen. Beim Glatthafer sind das folgende Arten: das Waldbrettspiel, der Schachbrettfalter, sowie verschiedene Dickkopf- und Augenfalter.

Stand: 27.05.2017, 00:00 Uhr